Universität Wien

180018 PS Truth (2015W)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 45 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

  • Friday 09.10. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock C0228
  • Friday 16.10. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock C0228
  • Friday 23.10. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock C0228
  • Friday 30.10. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock C0228
  • Friday 06.11. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock C0228
  • Friday 13.11. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock C0228

Information

Aims, contents and method of the course

Bekanntlich wartet Pontius Pilatus bis heute auf eine Antwort seiner einfachen Frage, was denn die Wahrheit sei. Freilich ohne Anspruch darauf zu erheben eine letztgültige Antwort vorstellen zu können, wollen wir uns in dieser Lehrveranstaltung den folgenden Bestandteilen seiner Frage widmen:

1) Wie soll Wahrheit definiert werden und von welchem ontologischen Status sollen wir ausgehen?
2) Können wir Wahrheiten erkennen und wenn ja, nach welchen Kriterien?
3) Ist Wahrheit überhaupt ein nützliches Konzept und hat es eine politisch-ethische Relevanz?

Im ersten Block werden Gründe für und wider Realismus, Relativismus und Konstruktivismus diskutiert. Realistische PhilosophInnen behaupten, dass Wahrheit in einer Korrespondenz zwischen Welt und unseren Überzeugungen besteht. Wie genau diese Korrespondenz aussieht ist natürlich umstritten. Zu den genannten Vorzügen des Realismus zählen intuitive Plausibilität und Einfachheit (Russell, Tarski) und politisch-ethisches Verantwortungsbewußtsein (Putnam). Andere Autorinnen und Autoren betonen, dass angesichts der Probleme des Realismus nur ein Relativismus philosophisch adäquat (Nietzsche) und politisch-ethisch redlich (Feyerabend) sein kann. KonstruktivistInnen argumentieren dafür beide Seiten - Welt und Subjekt - für die Erschaffung von Wahrheit ins Boot zu holen. Ihnen zufolge begünstigt ein konstruktivistisches Konzept von Wahrheit unser Zurechtkommen mit der Welt (von Glasersfeld) und hat zudem ethische und politische Vorzüge vorzuweisen (von Förster).
Der zweite Block beschäftigt sich mit PhilosophInnen, bei denen Einigkeit über die Definition herrscht. Hier steht die Frage nach der Erkennbarkeit und den Kriterien von Wahrheit im Zentrum. Interpersonale Verifizierbarkeit (Kamlah/Lorenzen), die Kohärenz von Überzeugungen (Rescher) oder die hypothetische Zustimmung von rationalen Gesprächspartnern in einem kontrafaktisch unterstellten, herrschaftsfreien Diskurs (Habermas) sind die hier diskutierten Vorschläge.
Im dritten Block wird, neben einer Re-evaluation der bisher aus anderer Perspektive diskutierten Auffassungen zu Fragen der ethischen und politischen Dimension und Relevanz von Wahrheit, die Frage nach der Nützlichkeit des Wahrheitskonzepts in den Mittelpunkt rücken. Dabei reicht das Spektrum von einer Rückführung des Wahrheitskonzepts auf fragwürdigen Prämissen (Mitterer) über Vorschläge den Wahrheitsbegriff aufgrund akuter Irrelevanz fallenzulassen (Rorty) bis hin zu dem Versuch einen minimalen Begriff von Wahrheit unter pragmatistischen Vorzeichen zu retten (Davidson).

Assessment and permitted materials

Anwesenheit / Mitarbeit
Lektürekommentare
Kurze Abschlussarbeit

Minimum requirements and assessment criteria

Das Ziel der Lehrveranstaltung ist es, einen fundierten Überblick über wichtige Strömungen der Wahrheitstheorie zu vermitteln. Studierende sollen nach dem Abschluss der Lehrveranstaltung in der Lage sein bedeutende Antworten auf die Fragen der Wahrheitstheorie zu erklären und deren Probleme rekonstruieren zu können. Zudem sollen sie befähigt werden den Wahrheitsdiskurs in systematischer Beziehung zu benachbarten Forschungsfeldern (Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Ethik) zu analysieren und die Diskussion um Wahrheit als solche auf etwaige inhärente Probleme zu prüfen.

Examination topics

Im Zentrum dieser Lehrveranstaltung steht die gemeinsame Diskussion der Texte. Die Studierenden müssen die Inhalte der Texte eigenständig erarbeiten und wöchentlich ein Lektürekommentar dazu verfassen um bestmögliche Vorbereitung auf die Lehrveranstaltunssitzungen zu gewährleisten. Die Texte sind in ihrer Länge und Komplexität so gewählt, dass sie gut zu bewältigen sind und der gesamte Arbeitsaufwand der Lehrveranstaltung 4 ECTS entspricht. Nach einer kurzen Einführung am Beginn jeder Einheit (unterstützt durch Powerpoint), wird die Diskussion durch zentrale, von uns vorbereitete, Fragen strukturiert. Alle behandelten Texte werden über die Lernplattform Moodle zur Verfügung gestellt.

Reading list

Wird bekanntgegeben und auf moodle zur Verfügung gestellt.

Association in the course directory

BA M-11 Gegenwart
M-05 Wirklichkeit und Wahrheit
PP 57.3.2

Last modified: Sa 10.09.2022 00:19