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180056 VO-L History of Philosophy II (2020W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

This lecture series aims at giving an introductory survey of typical philosophical topics which originated from the reception of antique philosophy in the middle ages and the early modern period.
Tu 01.12. 11:30-13:00 Digital

Registration/Deregistration

Details

Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Tuesday 13.10. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 20.10. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 27.10. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 03.11. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 10.11. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 17.11. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 24.11. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 15.12. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 12.01. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 19.01. 11:30 - 13:00 Digital
Tuesday 26.01. 11:30 - 13:00 Digital

Information

Aims, contents and method of the course

Wozu dient Philosophie? Bereits im Mittelalter und in der Frühneuzeit fallen die Antworten auf diese Frage sehr unterschiedlich und vielfältig aus. In der Lehrveranstaltung soll anhand einer Auswahl von Primärtexten ein Einblick in die reichen Konzeptionen der Philosophie gewonnen werden.
Als der römische Philosoph Boethius (†524/6) eingekerkert war, verfasst er das Werk „Trost der Philosophie“ – eine Schrift, die im weiteren Verlauf der Philosophiegeschichte eine breite Rezeption erfahren wird. In einem fiktiven Dialog adressiert die Hauptfigur zentrale, existentielle Fragen über das Schicksal, die Vorsehung und den menschlichen freien Willen an „philosophia“, die Personifikation der Philosophie. Die philosophischen Begriffe, welche Boethius aus griechischen Texten übersetzt, werden das gesamte lateinische Mittelalter prägen.
Im 13. Jahrhundert sind die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen hierarchisch organisiert. Der Philosophie kommt in diesem System eher eine Dienst-Funktion für die Theologie („ancilla philosophiae“) zu, aber einige Denker engagieren sich für die Autonomie der Philosophie. Boethius von Dacien (†1284) etwa versucht, die Frage nach der Ewigkeit der Welt rein argumentativ zu klären und das höchste Glück des Menschen philosophisch zu bestimmen. In umfangreichen Synthesen setzt sich Thomas von Aquin (†1274) mit der Möglichkeit der Vereinbarung von Philosophie und Theologie sowie der Verbindung von Glaube und Vernunft auseinander. Er verfasst nicht weniger als zwölf Kommentare zu Aristoteles und bietet in seiner "Summe der Theologie" eine Fülle von philosophischen Lehren, z.B. über die intellektuelle Erkenntnis des Allgemeinen. In der Philosophie des Franziskaners Wilhelm von Ockham rückt die Erkenntnis des Einzelnen in den Mittelpunkt. Er schreibt eine "Summe der Logik" und bietet eine Reihe interessanter erkenntnistheoretischer Thesen an, etwa die Unterscheidung zwischen der intuitiven und der abstraktiven Erkenntnis, worauf moderne Denker nicht selten zurückgreifen. Am Ende des 13. Jahrhunderts verfasst in England der franziskanische Mönch Roger Bacon ein "Kompendium für das Studium der Philosophie". Er ist insbesondere daran interessiert, die Interdisziplinarität zu fördern und in der Philosophie nicht nur die Weisheit, sondern auch die Erfahrung zu berücksichtigen. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts schreibt Nikolaus von Autrecourt philosophische Briefe und stellt die evidente Erkenntnis der Kausalität zwischen Ursache und Wirkung in Frage. Außerdem zweifelt er an der Evidenz der Verbindung zwischen Substanz und Akzidenz, und dadurch an allgemein akzeptierten aristotelischen Lehren. Die Philosophie wird bei ihm als eine Art Instrument der Skepsis eingesetzt. Inwiefern Nicolaus von Autrecourt deswegen als Skeptiker bezeichnet werden kann oder eben nicht, wird in der Vorlesung thematisiert.
Auch in der Renaissance findet man bahnbrechende philosophische Weltanschauungen. In seinen Dialogen hat Giordano Bruno unter anderem die Auffassung vertreten, dass das Universum unendlich sein muss und eine Vielzahl an Welten enthält. Im Gegensatz zu Aristoteles ist der Denker aus Nola der Meinung, dass das Universum unbeweglich und gestaltlos ist und dass die darin enthaltenen Welten das Prinzip der Bewegung in sich tragen. Mittels der rationalen Argumente der Philosophie findet Bruno einen Weg zur Theorie eines unendlichen Universums. Der Philosoph endet schließlich im Jahr 1600 auf dem Scheiterhaufen in Rom.
René Descartes (†1650), der oft als „Vater der Moderne“ bezeichnet wird, entwickelt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert eine Philosophie, worin dem methodischen Zweifel eine zentrale Funktion zugeschrieben wird. Der Kartesische Ansatz lässt sich insbesondere anhand der metaphysischen Meditationen nachvollziehen.

Assessment and permitted materials

Methode: Ausschnitte aus wichtigen Texten der genannten Autoren werden samt Sekundärliteratur auf Moodle bereitgestellt. Zur Vorlesungszeit (dienstags ab 11h30) werden Folien und eine Audioaufnahme mit Kommentaren ebenfalls auf Moodle zur Verfügung gestellt, die auch nachher noch abrufbar bleiben. Im Anschluss an die Audioaufnahme (dienstags ab 12h30) gibt es Gelegenheit, digital (auf Moodle) Fragen zum Inhalt an den Lehrenden zu stellen. Dienstag abends, ab 19h00, wird schließlich noch ein Tutorium veranstaltet, das dazu dienen soll, die Inhalte der Einheit (Primärtext, Folien, Audioaufnahme) kritisch zu diskutieren und zu reflektieren.
Leistungskontrolle: Am Ende des Semesters findet eine digitale schriftliche Prüfung auf Moodle statt (voraussichtlich am 26.01.2021, 11h30-13h00; die verschiedenen Termine für die Prüfungen werden im Laufe des Semesters noch bestätigt). Die Studierenden müssen sich wie üblich über ufind bzw. univis für die Prüfung anmelden. Der Prüfungsbogen wird dann per Moodle übermittelt. Die Studierenden bearbeiten die Prüfung am eigenen Computer. Bei Fragen und Problemen stehen der Lehrende und der Tutor während der Prüfungszeit zur Verfügung.

Minimum requirements and assessment criteria

Die Prüfung wird aus drei Teilen bestehen. (1) Wissensfragen, (2) eine Textanalyse, (3) eine philosophische Synthese. Die Wissensfragen sollten jeweils kurz in wenigen Sätzen beantwortet werden. Für die Textanalyse wird ein Ausschnitt aus einem Originaltext zur Verfügung gestellt. Die Studierenden sollten die darin vorkommenden Ideen in wenigen Absätzen hervorheben, sie in ihren Kontext einbetten und gegebenenfalls kritisch reflektieren. In der philosophischen Synthese sollen die Studierenden die Ansätze von Nikolaus von Autrecourt und drei weiteren, von ihnen selbst ausgewählten Autoren aus der Primärliteratur (Boethius, Boehtius von Dacien, Roger Bacon, Thomas von Aquin, Wilhelm von Ockham, Giordano Bruno oder René Descartes) auf etwa 2-3 Seiten im Hinblick auf ihren historischen Kontext und vor allem auf ihren philosophischen Gehalt hin vergleichen. Dieser Vergleich sollte auch eigene Reflexionen über die Ideen der jeweiligen Autoren beinhalten.
Auf die ersten beiden Teile (1) und (2) entfallen jeweils 20 Punkte, auf den dritten Teil (3) 60 Punkte. Insgesamt können also 100 Punkte erreicht werden. Für eine positive Beurteilung müssen 51 Punkte erreicht werden.

Examination topics

Die Primärtexte zu Nikolaus von Autrecourt (siehe Moodle) sind Pflichtlektüre. Darüber hinaus wählen die Studierenden individuell 3 Autoren aus den übrigen Primärtexten (Boethius, Boehtius von Dacien, Roger Bacon, Thomas von Aquin, Wilhelm von Ockham, Giordano Bruno oder René Descartes). Die Wissensfragen und die Textanalyse werden so formuliert sein, dass sie mit jeder möglichen Auswahl gut beantwortbar sind. Zu den Primärtexten Nikolaus von Autrecourts und den 3 ausgewählten Autoren sind die jeweiligen Folien und Audioaufnahmen noch Prüfungsstoff. Da ein kritischer und reflexiver Umgang mit den Texten erwartet wird, ist das Studium ausgewählter Sekundärtexte und/oder die Wahrnehmung von Fragemöglichkeiten zu den Audioaufnahmen oder der Besuch von online-Tutorien empfohlen.

Reading list

Die Literatur wird auf Moodle bekanntgegeben.

Association in the course directory

Last modified: Mo 05.10.2020 10:09