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180076 VO Orings of Philosophy in a Global Perspective (2020W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Registration/Deregistration

Details

Language: German

Examination dates

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

+++ Update: Aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen wird die Vorlesung voraussichtlich bis Ende November digital stattfinden. Der entsprechende Link befindet sich auf Moodle. + + + Wichtiger Hinweis: Aus Datenschutzgründen darf das Online-Meeting nicht aufgezeichnet werden, d.h. keine Video- oder Audio Recordings.+ + +

Die im Kalender angegebenen Termine im Jänner werden nicht stattfinden und im Laufe des Semesters durch weitere Angebote kompensiert. Insofern es die Hörsaal-Kapazitäten zulassen, wird die Vorlesung in Form einer hybriden Lehrveranstaltung angeboten. Genauere Informationen werden zeitnahe bekannt gegeben und auf auf Moodle aktualisiert. Daher unbedingt auch auf Moodle anmelden. Für allgemeine Vorgaben zu den aktuellen Corona-Maßnahmen beachtet zudem die Informationen auf der Universitäts-Homepage.

Tuesday 13.10. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Tuesday 20.10. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Tuesday 27.10. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Tuesday 03.11. 16:45 - 18:15 Digital
Tuesday 10.11. 16:45 - 18:15 Digital
Tuesday 17.11. 16:45 - 18:15 Digital
Tuesday 24.11. 16:45 - 18:15 Digital
Tuesday 01.12. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Tuesday 12.01. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Tuesday 19.01. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Tuesday 26.01. 16:45 - 18:15 Hybride Lehre
Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4

Information

Aims, contents and method of the course

Ziel der Vorlesung ist es, ausgehend von der Achsenzeittheorie eine historisch-kritische, dekoloniale und schließlich inter- bzw. transkulturelle Einführung in die Philosophie der Antike anzubieten.

Inhalt: Man möchte glauben, dass es eine linear ablaufende Geschichte gibt, eine kontinuierliche Entwicklung, welche eine erste Geburtsstunde haben muss, einen expliziten Anfang, von wo aus sich der Lauf der Dinge in Bewegung setzt, ununterbrochen entfaltet. Dieser Grundannahme zufolge musste nicht nur die Welt einen Anfang haben, sondern auch jenes Denkvermögen, welches über die Dinge der Welt nachdenkt, ihnen einen Sinn und Orientierung verleiht oder sie zu Gegenständen epistemischer Eroberung formt. Dass das philosophische Denken einen zeitlich wie auch örtlichen Anfang hat, ja haben muss, war und ist nicht nur das Postulat einer historizistischen Herangehensweise, sondern zumal eine machtpolitische Frage. Das gängige Narrativ eines einzigen und geradezu isolierten Anfangs der Philosophie im alten Griechenland dient/e nicht selten jenen Interessen, welche die koloniale Vormachtstellung durch eine angebliche geistige Überlegenheit des Abendlandes gegenüber den "Barbaren" zu begründen versucht/en.

Die Vorlesung möchte mit dieser Erzählung brechen, sie dekonstruieren, indem mit Blick auf das Altertum einmal mehr jene These ins Spiel gebracht werden soll, die prominent von Karl Jaspers ausformuliert und eine ganze Generation von inter- bzw. transkulturellen Philosoph*innen geprägt hat. Demnach ist statt einem einzigen Anfang, die Rede von einer globalen "Achsenzeit", von einer Pluralität an Orten, an denen das Denken zu sich und zur Welt kommt. Obzwar wir die Achsenzeittheorie in mehrfacher Hinsicht auch kritisieren werden, etwa aufgrund ihrer orientalistisch-vereinfachenden Herangehensweise (E. Said), wollen wir dennoch das Kernmoment jener These ernst nehmen: Es gilt nachzuvollziehen, welche philosophischen Denktraditionen insbesondere im alten China und Indien auftauchten und welche (teils disparaten) Positionen sie hervorbrachten. Inwiefern die vorgestellten Ansätze mit Denker*innen des alten Griechenlands verglichen werden könnten, worin also bei aller möglichen Differenz eine minimale Gemeinsamkeit, ein gemeinsamer Begegnungshorizont bestehen könnte, sodass hier überhaupt die Rede von einer "Achse" des Philosophierens sein kann, wird uns im Anschluss daran beschäftigen. Es soll dabei durchaus auch problematisiert werden, wieso man sich selbst in derart alternativen Geschichtsaufarbeitungen letztlich doch auf jene "Traditionen" beschränkt, die in der Schrift gedacht bzw. ihr Denken verschriftlicht haben.

Assessment and permitted materials

Mündliche oder schriftliche Prüfung bestehend aus Verständnisfragen zur Primärliteratur und zum Vorlesungsinhalt. Die einschlägigen Textstellen der Vorlesung werden via Moodle zur Verfügung gestellt. Damit diese eingesehen werden können, ist eine Anmeldung erforderlich.

Minimum requirements and assessment criteria

Siehe Leistungskontrolle

Examination topics

Siehe Leistungskontrolle

Reading list

* Theorie der Achsenzeit?, Polylog – Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren, Ausgabe 38, 2017.
* Wolfgang Bauer: Geschichte der chinesischen Philosophie. Konfuzianismus, Daoismus,
Buddhismus, München: Beck, 2006.
* Surendranath Dasgupta: A History of Indian Philosophy, Delhi: Motilal Banarsidass, 1975.
* Lutz Geldsetzer: Die klassische indische Philosophie. Vorlesungen an der HHU
Düsseldorf 1982-99. Im Internet: http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/philo/geldsetzer/indotit.htm
* Elmar Holenstein: Philosophie-Atlas. Orte und Wege des Denkens. Zürich: Amann 2004
* Karl Jaspers: Vom Ursprung und Ziel der Geschichte. 9. Aufl. München: Piper, 1988.
* Ram Adhar Mall: Die drei Geburtsorte der Philosophie. China, Indien, Europa. Bonn: Bouvier, 1989.
* Bo Mou (Hg): History of Chinese Philosophy, London und New York: Routledge, 2009.
* Hajime Nakamura: Parallel Developments. A Comparative History of Ideas. Tokyo: Kodansha, 1975.
* John C. Plott: Global History of Philosophy: The Axial Age, Band 1, Delhi: Motilal Banarsidass, 2000.
* Hiltrud Rüstau / Ralf Moritz (u.a. Hg.): Wie und warum entstand Philosophie in verschiedenen Regionen der Erde? Berlin: Akademie-Verlag, 1988
* Edward W. Said: Orientalismus, Fischer: Frankfurt, 2009;
* Ninian Smart: Weltgeschichte des Denkens. Die geistigen Traditionen der Menschheit. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2002.
* Georg Stenger: Philosophie der Interkulturalität. Erfahrung und Welten. Eine phänomenologische Studie, Alber: Freiburg, 2006.
* Gayatri Chakravorty Spivak: A Critique of Postcolonial Reason. Towardsa History of the Vanishing Present, 1999;
* Ulrich Unger: Grundbegriffe der altchinesischen Philosophie. Ein Wörterbuch für die
Klassische Periode. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000.
* Franz Martin Wimmer: Interkulturelle Philosophie. Eine Einführung. Wien: WUV, 2004.
* Franz Martin Wimmer: Geschichte der Philosophie I (Antike), Vorlesungen an der Uni Wien 2008–10. Im Internet: https://homepage.univie.ac.at/franz.martin.wimmer/vo0910.html

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Last modified: Th 26.11.2020 09:28