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180078 SE Ethics, Human Rights and Justice in Psychoanalysis (2019S)

Contemporary Psychoanalysis

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Details

max. 30 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Im SS 2019 wird die Sprechstunde von Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch montags ab dem 18.03.2019 nach Vereinbarung stattfinden.

Monday 18.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 25.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 01.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 08.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 29.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 06.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 13.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 20.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 27.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 03.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 17.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Monday 24.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien

Information

Aims, contents and method of the course

Ziele: Die LV zielt darauf ab, die Fragestellungen der Ethik, der Menschenrechte und der Gerechtigkeit in die psychoanalytische Berufsethik ausgehend von Freud insbesondere in der gegenwärtigen Psychoanalyse herauszuarbeiten. Da insbesondere Bereiche an der Schnittstelle zwischen Ethik und Psychoanalyse behandelt werden, nähert sich das SE dem Erfahrungsbereich der Studierenden und zielt darauf ab, ihn zu erweitern.

Inhalte: Die Teilnahme am Teil 2 der LV setzt die Teilnahme am Teil 1 der LV im Wintersemester 2018/19 nicht voraus. Der zweite Teil der LV widmet sich der Einführung in die Ethik der Psychoanalyse der Gegenwart in ihrer Beziehung zu den Menschenrechten und zur Gerechtigkeit. Die Ethik der psychoanalytischen Behandlung ist eine Berufsethik, die auf der Behandlungstechnik gründet und das ethische Verhalten der PsychoanalytikerIn durch Neutralität, Abstinenz und Vertraulichkeit definiert. Zur Annäherung an die Behandlungstechnik der Psychoanalyse (Etablierung des Settings und Handhabung des therapeutischen Prozesses) bilden Freuds Schriften den Ausgangspunkt. Im klassischen Text „Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung“ (Freud 1912 e) und in der Artikelreihe „Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse I, II und III“ definiert Freud die Grundlagen der psychoanalytischen Technik, in „Zur Einleitung der Behandlung“ (Freud 1913 c) den analytischen Vertrag, in „Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten“ (Freud 1914 g) den analytischen Prozess und in „Bemerkungen über die Übertragungsliebe“ (Freud 1915 a [1914]) die möglichen Grenzüberschreitungen. Dies begründet die Zusammengehörigkeit von Ethik und psychoanalytischer Behandlungstechnik, so dass in diesem Sinne die angemessene Behandlungstechnik auch berufsethisch ist. Der Umgang mit dem psychoanalytischen Setting besonders bei Grenzsituationen wird anhand von Fallvignetten besprochen. Aus dem „Ethics Case Book of the American Psychoanalytic Association“ (2007) werden beispielhafte Fallgeschichten insbesondere zum Thema der Vertraulichkeit und zur Einhaltung bzw. Missachtung der Grenzen in die Diskussion eingebracht. Die Frage der psychoanalytischen Ethik ist jedoch nicht nur eine technische Frage der Behandlung lege artis, denn ausgehend von der berufsethischen Fragestellung eröffnet sich in der Folge das Thema der Grenzüberschreitungen und -verletzungen unter besonderer Berücksichtigung der Fragen der Menschenwürde und Menschenrechte in intersubjektiven Beziehungen im Allgemeinen (z. B. in der Erziehung, in der Ausbildung, in der Forschung mit PatientInnen bzw. ProbandInnen) und es stellt sich die Frage nach ihren ethischen und psychopathologischen Folgen.

Methode: E-Learning (Moodle). Die LV wird als SE angeboten. Die SE-Einheit wird durch eine multimediale Präsentation der Materialien (inklusive Filme, Videos, Tonbänder u.a.) eingeführt. Die Studierenden werden ermutigt, selbst eigene kurze (multimediale) Impulsreferate vorzubereiten, um die anschließende Diskussion anzuregen. Auch über Gedankenexperimente und Kasuistik wird gearbeitet, um eine bessere Verarbeitung und ein vertieftes Verständnis der interdisziplinären Materialien zu ermöglichen. Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen die Studierenden zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen im Moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.

Assessment and permitted materials

Art der Leistungskontrolle: Prüfungsimmanente LV: Der Zeugniserwerb erfolgt durch kurze Impulsreferate zur ausgewählten Literatur (Auszüge), durch aktive Teilnahme an der gemeinsamen Besprechung der Gedankenexperimente und der Kasuistik, SE-Literatur sowie weiterführender Literatur und durch ein schriftliches abschließendes SE-Arbeit.

Minimum requirements and assessment criteria

Mindestanforderungen: Erstens die regelmäßige und aktive Teilnahme am SE über die Beteiligung an der Diskussion (es besteht Anwesenheitspflicht, ein zweimaliges unentschuldigtes Fehlen ist erlaubt); zweitens eine gelungene Präsentation im Rahmen des SE und drittens ein schriftliches abschließendes SE-Arbeit nach formalen Richtlinien, die im SE und in Moodle vermittelt werden.

Beurteilungsmaßstab: Die Gesamtleistung wird mit der fünfteiligen Notenskala „sehr gut“ (1), „gut“ (2), „befriedigend“ (3), „genügend“ (4) bzw. „nicht genügend“ (5) beurteilt. Die SE-Arbeit fließt zu 50%, das Referat zu 30% und die aktive Teilnahme an der Diskussion zu 20% in die Beurteilung ein. In der Sprechstunde können die Studierenden ein Feedback über ihre laufende Leistung erhalten.

Examination topics

Prüfungsstoff: Auswahl aus der SE-Literatur.

Reading list

Literatur:
In der vorliegenden Literaturliste werden bei Sigmund Freud die Werke aus: Freud, S. Gesammelte Werke. Bde. 1-17. London: Imago Publishing 1940-52 (seit 1960: Frankfurt am Main: Fischer); Bd. 18 und Nachtragsbd. Frankfurt am Main: Fischer 1968 und 1987 entnommen. Die Jahresangaben seiner Publikationen werden nach der „Bibliographie“ in: Meyer-Palmedo, I. und Fichtner, G., Hg. (1989). Freud-Bibliographie mit Werkkonkordanz. Frankfurt am Main: Fischer, S. 15-90 bestimmt.

Barilan, Y. M. (2012). Human Dignity, Human Rights, and Responsibility. Cambridge MA: MIT Press.
Benhabib, S. (2011). Dignity and Adversity. Human Rights in Troubled Times. Cambridge: Polity Press.
Bieri, P. (2013). Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde. München: Hanser.
Dewald, P.A. und Clark, R.W. (2007). Ethics Case Book of the American Psychoanalytic Association. New York: APsaA Press.
Freud, S. (1915a [1914]). Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse (III). Bemerkungen über die Übertragungsliebe. GW 10: 306-321.
Freud, S. (1912 e). Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung. GW 8: 376-387.
Freud, S. (1913 c). Zur Einleitung der Behandlung. Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse I. GW 8: 454-478.
Freud, S. (1914 g) Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten. Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse II. GW 10: 126-136.
Freud, S. (1915 a [1914]). Bemerkungen über die Übertragungsliebe. Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse III. GW 10: 306-321.
Friedman, L. (2005). Is There a Special Psychoanalytic Love? Journal of the American Psychoanalytic Association., 53: 349-375.
Friedman, L. (2005). Response to Martha Nussbaum. Journal of the American Psychoanalytic Association 53: 385-388.
Gabbard, G. O. und Wilkinson, S. M. (1994). Management of Countertransference with Borderline Patients. Washington: American Psychiatric Press.
Giampieri-Deutsch (1995). Ferenczis Beitrag zur Theorie des psychoanalytischen Prozesses. Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis 10: 259-291.
Giampieri-Deutsch, P. (2007). Rezension zu Akeret, R.U. (2005). Eine Couch auf Reisen. Ein Psychoanalytiker trifft ehemalige Patienten ein halbes Leben später. Gießen: Imago. Psychosozial Verlag. Erschienen in Psychologie in Österreich 27: 204-207.
Joas, H. (2011). Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte. Berlin: Suhrkamp.
Meissner, W. W. (2003). The Ethical Dimension of Psychotherapy: A Dialogue. Albany: State University Press.
Nussbaum, M. C. (2005). Analytic Love and Human Vulnerability: A Comment on Lawrence Friedman's “Is There a Special Psychoanalytic Love?” Journal of the American Psychoanalytic Association 53: 377-383.
Sandkühler, H.-J. (2013). Menschenwürde und Menschenrechte. Über die Verletzbarkeit und den Schutz der Menschen. Freiburg und München: Verlag Karl Alber.
Tauber, A. I. (2005). Patient Autonomy and the Ethics of Responsability. Cambridge, MA: MIT Press.
Volkan, V. D. (2014 a). Animal Killer: Transmission of War Trauma from one Generation to the Next. London: Karnac Books.
Volkan, V. D. (2014 b). Psychoanalysis, International Relations, and Diplomacy: A Sourcebook on Large-Group Psychology. London: Karnac Books.

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Last modified: Mo 04.11.2019 10:48