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180083 SE Seminar: The paradox of philosophy (2019S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Details

max. 30 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Da der 05.03.2019 mit dem Prüfungstermin der VO des WS 2018 zusammenfällt, darf das SE erst am 19.03. beginnen.

Tuesday 19.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 26.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 02.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 09.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 30.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 07.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 14.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 21.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 28.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 04.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 18.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Tuesday 25.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Ziel der LV ist das Erleben und Erkennen, was das „Paradoxon“ in der Philosophie ist und durch welche Weise verschiedene Paradoxa mit unserem Leben im Zusammenhang stehen.

Inhalt:
Zwei Arten des „Paradoxons“ erwecken unser Interesse.
1. Es geht um Fehl- und Trugschluss in der Logik. Der Denkende sucht diesen und findet den Trick der Logik auf der Ebene der gedanklichen Spiele (games). Das Paradoxon in der Analytischen Philosophie bestimmt auf dieser Ebene seinen intellektuellen Spielraum.
2. Die aporetische Fragestellung zeigt sich selbst als eine schwer lösbare Paradoxie im Zusammenhang mit unserem Leben: Paradoxie vom aporetischen Charakter in der Außereuropäischen Philosophie zeigt sich meistens mit dieser Eigenschaft.
Charakteristisch ist das Kap. 1 des Laozi, „daodejing“ (Laotse. Tao de King): Das Wesen des „dào“ lässt sich nicht mit einem Schriftzeichen des „dào“ kategorisch bestimmen. Der Grund dafür liegt im "dào" als das unermessliche Ganze der unwiderlegbaren Wahrheit. Hat man eine kategorische Definition darüber, ist sie an die Unterscheidung von „entweder dào oder nicht dào“ gebunden. Die Dimension des dào des Ganzen wird durch unser Ur-teil in eine Dualität gepalten. So ist die Gleichsetzung des „dào“ als Kategorie und das des dào-selbst unmöglich; das Versiegeln des Wesens des dào in einer Satzaussage ebenso. Dennoch müssen wir durch Worte und Sprache das dào erörtern: Darin ist das Doppelparadoxon ersichtlich, dass man das Paradoxon der Grenze der Sprache und der unermesslichen Wahrheit mit der absoluten Negation hervorhebt und dieses doch mittels unserer Sprache in jede Schrittsetzung des Gedankens bejahend aufnimmt. (H. Hashi, Angelpunkte und Unterschiede von Taoismus und Zen-Buddhismus, in: Zen und Tao, Wien 2007, S. 125f.)
Viele Kerngedanken des Zen-Buddhismus erscheinen in einer paradoxen Aussageweise. Eine davon ist das Prinzip 1 des Zen-Buddhismus: Schriftenunabhängigkeit. In einer Wort-für-Wort-Übersetzung lautet es: „Stellt euch keine Schrift“. Selbst diese schriftliche Aussage stellt sich als ein Paradoxon dar. Darüber hinaus besteht ein weiteres Paradoxon: Trotz dieser „Negation“ hat der Zen unter vielen Denkrichtungen des Buddhismus die höchste Zahl von Schriften. (Vgl. Hashi, 2016, S. 113f. Siehe Literaturliste) Hierin zeigt sich wieder eine affirmative Umgangsweise mit Paradoxa. Paradoxa kann man weder beseitigen noch ignorieren, sie sind im Prinzip der Schrittsetzung des Gedankens schon mit hineingenommen, womit ein Zugang von einer Erkenntnis zum Leben und Erkennen der erlebten Wahrheit eröffnet wird.
Ein z.T. similares Paradoxon, welches eine Ausgangsdimension unseres Denkens bezweifelt, liegt bei Hegel in der Abhandlung des „Widerspruchs“. Das Paradoxon wird durch die dialektische Logik aufgehoben, wobei der Kern der Paradoxa nicht eliminiert, sondern bejahend zum weiteren dynamischen Zirkel der Hegelschen Dialektik integriert wird. Das ist ein interessanter Gegensatz zu Kant, der die Ausgangsdimension unseres Denkens mit der kritischen Fragestellung „Wie ist die Erkenntnis möglich?“ hervorhebt und die uneliminierbare Grenze dessen mit den Antinomien der reinen Vernunft aufgehoben hat.

Methode:
Im Seminar werden Wege zum Erkennen der Paradoxa markiert. Die neu erschienene Monographie „Das Paradoxon in der Philosophie“ (2019) gilt als eine Basisliteratur.

Assessment and permitted materials

Zeugniserwerb erfolgt in diesem Semester prinzipiell durch Abgabe einer schriftlichen SE-Arbeit ab Ende des Semesters.

Minimum requirements and assessment criteria

Regelmäßige Teilnahme, Konfrontation mit dem dargebotenen Stoff.

Examination topics

Entweder der dargebotene Stoff bzw. ein ausgewähltes Kapitel des Buchs „Das Paradoxon in der Philosophie“ oder ein Thema nach freier Wahl durch die Rücksprache.

Reading list

Aristoteles, Metaphysik, Buch A, B, Γ, Stuttgart 2007: Reclam
Dōgen, shōbo genzō (Besinnen im wahrhaften dharma Buddhas), siehe die Übersetzung mit
Kommentar von H. Hashi, LV Dogen: shobo genzo, SS 2015 u. WS 2014 im Moodle
Hegel, Wissenschaft der Logik (siehe verschiedene Ausgaben: Lasson, Gawoll u.a.),
Hamburg 1999: Meiner
Klein, H.-D., „Sein und Widerspruchsfreiheit“, in: System der Philosophie, Bd, IV, Frankfurt
a.M. 2003: Peter Lang
Hanfeizi (Kanpi-shi), Hanfeizi/Kanpi-shi, Kanaya (Hg.), Tokyo 2008: Iwanami
Nishida, „Absolut-widerprüchliche Selbst-Identität“, in: Gesamtausgabe, Bd. 9, Tokyo 1965: I
Iwanami
Sueki T., Die rationalistische Philosophie Asiens, Tokyo 1980: Kōdan-sha
Hashi, Angelpunkte und Unterschiede von Taoismus und Zen.Buddhismus, in: W, Gabriel, A.
Haselbach, H. Hashi (Hg.), Zen und Tao. Beiträge zum asiatischen Denken, Wien 2007:
Passagen
Hashi, Philosophische Anthropologie zur globalen Welt, Hauptteil I und II, Wien/ Berlin /
Münster / Zürich /London 2014: LIT
- , Komparative Philosophie für eine globale Welt, Hauptteil I, Wien / Berlin / Münster /
Zürich /London 2016: LIT
- , Das Paradoxon in der Philosophie, Wien/ Berlin / Münster / Zürich /London 2019: LIT

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Last modified: Mo 04.11.2019 10:08