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180120 SE Phenomenology of the Social-Historical (2019W)

Castoriadis' Critical Social Theory

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

Details

max. 30 participants
Language: German

Lecturers

Classes

Mittwoch, 09.10., 15.00 - 16:30 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Mittwoch, 23.10., 13:15 - 16:30 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Mittwoch, 06.11., 13:15 -16:30 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Samstag, 09.11., 11:00 - 14:15 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien

Mittwoch, 20.11., 13:15 - 16:30 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Mittwoch, 04.12., 13:15 - 16:30 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Samstag, 14.12., 11:00 - 14:15 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien


Information

Aims, contents and method of the course

Der griechisch-französische Philosoph und Psychoanalytiker Cornelius Castoriadis, der für manche einer der wichtigsten politischen Theoretiker und Sozialphilosophen des 20. Jahrhunderts ist, hat in seinem Buch Gesellschaft als imaginäre Institution (1975) eine kritische Gesellschaftstheorie entworfen, die man in der Tradition der Phänomenologie von Merleau-Ponty, der Hermeneutik und einer weiter gedachten Kritischen Theorie (und damit auch in Aufnahme von und Kritik an Freud und Marx) situieren kann, da Sinn- und Bedeutungsstrukturen auch als soziale und damit gesellschaftskritisch thematisiert werden. Dabei waren Merleau-Pontys Auseinandersetzung mit dem Marxismus und der Geschichtsphilosophie, sein Denken der Praxis, der Gedanke der Leiblichkeit des Subjekts und des anonymen Hintergrund des Sozialen, aber vor allem der Begriff der Institution als Stiftung einer Ordnung von entscheidender Bedeutung für das Denken von Castoriadis. Gesellschaft und Kultur werden bei Castoriadis zu einem Sinn- und Bedeutungszusammenhang, d. h. einer symbolischen Ordnung, die sich einer kreativen Praxis verdankt, bei der die Einbildungskraft/Imagination – in der Nachfolge der Radikalisierung der Einbildungskraft bei Kant und Heidegger – eine zentrale Rolle spielt. Gesellschaftliche Ordnungen werden so zum Resultat des Institutionalisierungsprozesses des Imaginären, das nicht einen Gegensatz zu Realität oder Rationalität bildet, sondern diesen innewohnt bzw. diese begründet. Von der Einbildungskraft ausgehend, wird bei Castoriadis auch eine Kritik am abendländischen Bestimmtheitsdenken bzw. eines identifizierenden Denkens entwickelt, das in Bezug auf Gesellschaftstheorien vor allem strukturalistische und funktionalistische Gesellschaftstheorien, aber auch bestimmte marxistische im Visier hat, ohne auf eine radikale Kapitalismuskritik zu verzichten.
Im Seminar wird dabei vor allem das Buch Gesellschaft als imaginäre Institution behandelt und diskutiert werden, jedoch auch Aufsätze zum Thema Politik und Demokratie herangezogen werden.

Methoden: Einführungen durch den Lehrveranstaltungsleiter, Lektüre und Diskussion von Texten, die in Referaten vorgestellt werden.

Ziele: Auseinandersetzung mit der Gesellschaftstheorie von Castoriadis.

Assessment and permitted materials

Regelmäßige Teilnahme ist Voraussetzung. Zeugniserwerb durch Kurzreferat (Gruppenreferat - auch schriftlich auszuarbeiten) plus Abschlussarbeit von 12 Seiten (alternativ zur Abschlussarbeit können zwei Arbeiten a 6 Seiten abgegeben werden).
Deadline der 12-Seiten-Arbeit: 31.3.2020 (bei der Alternative, den zwei kürzeren Arbeiten a 6 Seiten, ist die Deadline für den ersten Text der 22.12.2019, für den zweiten Text der 31.3.2020).

Minimum requirements and assessment criteria

Regelmäßige Teilnahme ist Voraussetzung.
Mitarbeit: 10%
Kurzreferat: 20%
Abschlussarbeit a 12 Seiten: 70%
(Bei der Alternative 2 Arbeiten a 6 Seiten zählt jede Arbeit 35%.)
Für eine positive Beurteilung sind 60% erforderlich.

Examination topics

Die im Seminar zu lesende Literatur.

Reading list

Primärliteratur:
- Cornelius Castoriadis: Gesellschaft als imaginäre Institution. Entwurf einer politischen Philosophie, Suhrkamp, Frankfurt/M., 1990 (franz. 1975).
- Cornelius Castoriadis: Autonomie oder Barbarei. Ausgewählte Schriften, Band 1, Verlag Edition AV, Lich, 2006.

Der Haupttext des Seminars (Castoriadis: Gesellschaft als imaginäre Institution) ist im Buchhandel (20 Euro) erhältlich und liegt im Handapparat der Institutsbibliothek zum Kopieren auf.
Andere Literatur/Sekundärliteratur steht auf Moodle zur Verfügung.
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Sekundärliteratur:
- Suzy Adams: Castoriadis’s Ontology. Being and Creation, Fordham University Press, New York, 2011.
- Suzy Adams (Hg.): Cornelius Castoriadis. Key Concepts, London 2014.
- Johann P. Arnason: Verständigungsformen und imaginäre Bedeutungen, in: ders., Praxis und Interpretation, Suhrkamp, Frankfurt/M., 1988; S. 187-309.
- Johann P. Arnason: Kulturelle Horizonte und imaginäre Bedeutungen, in: Alice Pechriggl/Karl Reitter (Hg.), Die Institution des Imaginären. Zur Philosophie von Cornelius Castoriadis, Turia + Kant, Wien, 1991, S. 143-171.
- Nicola Condoleo: Vom Imaginären zur Autonomie. Grundlagen der politischen Philosophie von Cornelius Castoriadis, transcript, Bielefeld, 2015.
- Gerhard Gamm: Cornelius Castoriadis: Gesellschaft als imaginäre Institution (1975), in: ders./Andreas Hetzel/Markus Lilienthal: Interpretationen. Hauptwerke der Sozialphilosophie, Reclam, Stuttgart, 2001, S. 173-194.
- Lars Gertenbach: Cornelius Castoriadis: Gesellschaftliche Praxis und radikale Imagination, in: Stephan Moebius/Dirk Quadflieg (Hg.), Kultur. Theorien der Gegenwart, VS, Wiesbaden, 2011, S. 277-289.
- Andreas Hetzel: Kultur als Imaginäres: Cornelius Castoriadis, in: ders., Zwischen Poiesis und Praxis. Elemente einer kritischen Theorie der Kultur, Königshausen & Neumann, Würzburg, 2001, S. 219-230.
- Axel Honneth: Eine ontologische Rettung der Revolution. Zur Gesellschaftstheorie von Cornelius Castoriadis, in: ders., Die zerrissene Welt des Sozialen, Suhrkamp, Frankfurt/M., 1999, S. 144-164.
- Hans Joas: Institutionalisierung als kreativer Prozeß. Zur politischen Philosophie von Cornelius Castoriadis, in: ders., Pragmatismus und Gesellschaftstheorie, Suhrkamp, Frankfurt/M., 1992, S. 146-170.
- Peter Kelbel: Praxis und Versachlichung. Konzeptionen kritischer Sozialphilosophie bei Habermas, Castoriadis und Sartre, Philo, Berlin, 2005.
- Alice Pechriggl: Der Einfall der Einbildung als ontologischer Aufbruch, in: dies./Karl Reitter (Hg.): Die Institution des Imaginären. Zur Philosophie von Cornelius Castoriadis, Turia + Kant, Wien, 1991, S. 81-102.
- Alice Pechriggl/Karl Reitter (Hg.): Die Institution des Imaginären. Zur Philosophie von Cornelius Castoriadis, Turia + Kant, Wien, 1991.
- Martin W. Schnell: Cornelius Castoriadis, in: Thomas Bedorf/Kurt Röttgers (Hg.), Die französische Philosophie im 20. Jahrhundert, WBG, Darmstadt, 2009, S. 88-94.
- Robert Seyfert: Cornelius Castoriadis: Institution, Macht, Politik, in: Ulrich Bröckling/Robert Feustel (Hg.), Das Politische denken. Zeitgenössische Positionen, Bielefeld, 2010, S. 253-272.
- Yannis Stavrakakis: Antinomies of Creativity: Lacan and Castoriadis on Social Construction and the Political, in: ders., The Lacanian Left. Psychoanalysis, Theory, Politics, Edinburgh University Press, Edinburgh, 2007, S. 37-65.
- Bernhard Waldenfels: Der Primat der Einbildungskraft. Zur Rolle des gesellschaftlichen Imaginären bei Cornelius Castoriadis, in: Alice Pechriggl/Karl Reitter (Hg.), Die Institution des Imaginären. Zur Philosophie von Cornelius Castoriadis, Turia + Kant, Wien, 1991, S. 55-80.
- Joel Whitebook: Intersubjectivity and the Monadic Core of the Psyche: Habermas and Castoriadis on the Unconscious, in: Maurizio Passerin/Seyla Benhabib (Hg.), Habermas and the Unfinished Project of Modernity, Cambridge/UK, 1996, S. 172-193.
- Harald Wolf (Hg.): Das Imaginäre im Sozialen. Zur Sozialtheorie von Cornelius Castoriadis, Wallstein, Göttingen, 2012.

Association in the course directory

Last modified: Su 29.09.2019 16:27