Universität Wien FIND

180185 VO-L History of Philosophy II (2019W)

Infinite Space: A Philosophical Challenge in the Middle Ages and the Early Modern Era

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

This lecture series aims at giving an introductory survey of typical philosophical topics which originated from the reception of antique philosophy in the middle ages and the early modern period.

Moodle; We 20.11. 15:00-16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß

Registration/Deregistration

Details

Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Wednesday 09.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 16.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 23.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 30.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 06.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 13.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 27.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 04.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 11.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 08.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 15.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 22.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Wednesday 29.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß

Information

Aims, contents and method of the course

Der „Raum“ stellt einen der zentralen Begriffe der Philosophie dar. Mit neuen Konzeptionen des Weltbildes an der Schwelle zur Moderne gewinnt dieser Begriff zusätzlich an Brisanz.
Wie soll der Raum bzw. das Universum beschrieben werden? Mittelalterliche und frühneuzeitliche Denker sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, ein kohärentes kosmologisches Modell zu entwickeln, das einerseits den neuen astronomischen Beobachtungen Rechnung trägt und andererseits von wichtigen traditionellen Positionen nicht völlig absehen kann. Zu den kosmologischen Fragen, welche auch die Geschichte der Philosophie maßgeblich prägen, gehören unter anderen die folgenden: Ist die Welt endlich oder unendlich? Lassen sich ein unendlicher, außerweltlicher Raum und eine abgeschlossene Welt miteinander vereinbaren? Wie verändern sich die kosmologischen Lehren durch die Erfindung des Fernrohrs? Sogar die Hypothese von unendlich vielen Universen wird unter den frühmodernen Wissenschaftlern diskutiert.
Die Vorlesung zielt darauf ab, einen Überblick über wichtige philosophische Thesen zum unendlichen Raum zu erhalten. Im lateinischen Mittelalter entwickelt bereits Bernardus Silvestris während des 12. Jh. in seinem Buch "Über die allumfassende Einheit der Welt" interessante Überlegungen zum Mikrokosmos und Makrokosmos. Im 13. Jh. beschreibt Thomas von Aquin die Einheit des Kosmos und untersucht die Frage nach der Ordnung der Welt. Auch mit der damit verbundenen Frage nach der Ewigkeit der Welt setzt sich der Dominikaner intensiv auseinander. Am Ende des Mittelalters und an der Schwelle zur Frühmoderne werden neue kosmologische Erkenntnisse gewonnen. Im Zentrum steht dabei vor allem das heliozentrische Modell des Nikolaus Kopernikus, das eine wissenschaftliche Wende des neuzeitlichen Weltbildes herbeiführt. Auch der Kardinal Nikolaus von Kues bereichert mit seinen Überlegungen zur unendlichen Welt die kosmologische Diskussion. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bietet Giordano Bruno (gest. 1600) in seinem Dialog "Über das Unendliche, das Universum und die Welten" neue Thesen und erwägt sogar eine unendliche Zahl an Welten. Ein weiterer wichtiger Denker verfasst ebenfalls einen Dialog, in welchem gewagte und bahnbrechende kosmologische Thesen zu lesen sind, nämlich Galileo Galilei. Die Verurteilung Galileis (1633) wird auch auf René Descartes, der einige ähnliche Hypothesen in seiner Schrift "Die Welt" annimmt, Einfluss ausüben. Er betont, dass die Welt bzw. das Universum nicht unbegrenzt, sondern allein unbestimmt ist. Interessanterweise finden auch bei ihm, dem sogenannten „Vater der Moderne“, noch frühere kosmologische Positionen Berücksichtigung.

Assessment and permitted materials

Die Vorlesung versteht sich als Einführung in das philosophische Denken: Die benutzten Texte stehen in deutscher Übersetzung zur Verfügung. Für die schriftliche Prüfung am Ende der Lehrveranstaltung wird eine Auswahl unter den Texten aus der Liste der Primärliteratur getroffen (siehe Prüfungsstoff).

Minimum requirements and assessment criteria

Es wird erwartet, dass die StudentInnen im Rahmen einer schriftlichen Prüfung auf Wissensfragen zu den ausgewählten Philosophen antworten, eine Textstelle analysieren und einen Vergleich zwischen Giordano Bruno und den 2 weiteren ausgesuchten Autoren machen können.

Examination topics

Jeder Student/jede Studentin soll die Hauptthesen von Giordano Bruno und von 2 weiteren ausgewählten Autoren (Bernardus Silvestris, Thomas von Aquin, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus von Kues, Galileo Galilei, René Descartes) in ihrem Kontext präzis rekonstruieren und in einer Synthese kritisch darstellen. Basierend auf diesen Texten sollen auch eigene philosophische Überlegungen zum Thema Platz finden.

Reading list

Ein Reader mit den Auszügen aus der Primärliteratur wird zu Verfügung gestellt.

Association in the course directory

Last modified: Mo 30.09.2019 10:48