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180205 SE Aesthetics of Nature (2010W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

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Details

max. 45 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Tuesday 05.10. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 12.10. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 19.10. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 09.11. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 16.11. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 23.11. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 30.11. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 07.12. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 14.12. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 11.01. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 18.01. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Tuesday 25.01. 16:00 - 18:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Natur, die noch in der ästhetischen Lehre Kants den Primat über die Werke der Kunst innehatte, wurde durch die kunstphilosophischen Entwürfe Schellings und Hegels aus dem Bereich der Ästhetik programmatisch ausgeschlossen, "Ästhetik" zu einem Synonym für "Philosophie der Kunst". Dies geschah signifikanterweise gerade zu einer Zeit, in der Natur in besonderem Maße ästhetisch auffällig wurde. Industrialisierung, Verstädterung, Verobjektivierung der Natur durch die Wissenschaften auf der einen Seite, die Beginne des Alpinismus wie die Entwicklung des Fremdenverkehrs als deren Gegenseite, führten zu tiefgreifenden Veränderungen im Verständnis und in der Wahrnehmung von Natur. Ob Natur dabei als das Menschenfernste verehrt oder aber in ihrer anthropogenen Zurichtung bedauert wurde: die kulturelle Signatur bleibt Natur eingeschrieben. "Man kann nicht sagen, daß es eine Natur gebe, ohne etwas Überschwengliches zu sagen" - dieser Satz von Novalis wird seit den zweihundert Jahren, die seit seiner Formulierung vergangen sind, immer aktueller. Hatte das 19. Jahrhundert eine umfassende Artifizierung der Natur erlebt, so sind wir inzwischen ins Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit von Natur (Gernot Böhme) eingetreten. Das Geflecht der Vermittlungen zwischen Natur und Kunst, Natur und Technik wird immer dichter.

Das Seminar wendet sich der Natur als einem kontrovers diskutierten Phänomen ästhetischer Kultur zu. An exemplarischen Texten sollen die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen Natur seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zum Gegenstand und Anlass ästhetischer Reflexion wurde, in den Blick genommen werden: die Theorien des Naturschönen und Erhabenen (Kant), die Ästhetik der Landschaft und Stadtlandschaft (Simmel/Baudelaire), die populärwissenschaftliche Naturästhetik der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Haeckel), die unterdrückte und beschädigte Natur als Reflexionsmedium in Huysmans' "Elegie auf einen Fluss", die Wiederaufnahme der Kategorie des Naturschönen in Adornos "Ästhetischer Theorie", das Verhältnis von Kunst und Natur in zeitgenössischen Kunstwerken wie dem Projekt "7000 Eichen" von Joseph Beuys oder dem (in Auflösung begriffenen) "Tigerhai" von Damien Hirst, schließlich die möglichen Aussichten von Naturästhetik (Böhme/Böhme).

Assessment and permitted materials

Regelmäßige und aktive Teilnahme an der Diskussion, Kurzreferat, schriftliche Hausarbeit im Umfang von etwa 15 Seiten.

Minimum requirements and assessment criteria

Examination topics

Reading list

Zur einführenden Lektüre empfohlen:

Gernot Böhme: Natürlich Natur. Über Natur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit; Frankfurt am Main, 1992

Hartmut Böhme: Natürlich / Natur. In: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hg. v. Karlheinz Barck u.a.; Stuttgart und Weimar, 2002, S.432-499

Eine ausführliche Literaturliste wird zu Beginn des Semesters verteilt.

Association in the course directory

BA M 10 und BA M 14, § 4.1.6 und § 4.2.4

Last modified: Mo 07.09.2020 15:36