Universität Wien

180259 LPS Fichte and Sartre - Intersubjectivity (2010W)

Selfhood and Otherness

5.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

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Details

max. 45 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

  • Wednesday 06.10. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 13.10. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 20.10. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 27.10. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 03.11. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 10.11. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 17.11. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 24.11. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 01.12. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 15.12. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 12.01. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 19.01. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Wednesday 26.01. 14:00 - 17:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Neben der Frage nach dem Verständnis einer modernen Form der Subjektivität ist in den aktuellen Debatten die Frage nach der Intersubjektivität, der Bezugnahme auf Andere, längst zu einem zentralen Thema der Philosophie geworden. Ist Selbstbewusstsein originärer oder das Bewußtsein vom Anderen, wird immer wieder gefragt, seitdem Descartes sein berühmtes cogito zum Ankerpunkt neuzeitlichen Denkens erklärte und nach ihm Kant die berühmte kopernikanische Wende der Begründung von Erkenntnis im Ausgang vom Subjekt vollzog. Der Nachkantianer Johann Gottlieb Fichte war der erste, der eine explizite Theorie der Intersubjektivität ausgearbeitet hat. Diese wurde dann von Hegel im berühmten Kapitel der Phänomenologie des Geistes über die Herrschaft und Knechtschaft als Grundlegungstheorem der wechselseitigen Anerkennung von Subjekten aufgenommen. Sartre hat daran anknüpfend drei Grundformen des Seins des menschlichen Bewußtseins zur Grundlage seiner phänomenologischen Ontologie gemacht, das en-soi, das pour-soi und das pour-autrui, also das An-Sich, das Für-Sich und das Für-Andere.

Assessment and permitted materials

Regelmäßige aktive Teilnahme am Unterrichtsgespräch, Kurzreferate von Quellentext und Forschungsliteratur, schriftliche Hausarbeit von ca. 10 Seiten

Minimum requirements and assessment criteria

Examination topics

Im Lektüreproseminar werden die Kapitel über die Anerkennung und den Leib in Fichtes Grundlage des Naturrechts von 1796 gemeinsam gelesen. Ferner wird in Hinführung zu Sartres Theorie Die Transzendenz des Ich (La transcendance de l'ego) und dann das Dritte Kapitel von Sartres Hauptschrift Das Sein und das Nichts (L'être et le néant) erarbeitet, das überschrieben ist "Das Für-Andere" ("Le pour-autrui"). Es handelt sich um eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung mit Anwesenheitspflicht. Das Seminar ist sowohl durch systematische als auch durch philosophiehistorische Fragen motiviert.

Reading list

Johann Gottlieb Fichte: Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre 1796/97
Jean-Paul Sartre: Die Transzendenz des Ego, Reinbek 1997.
Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie, Reinbek 1993

Flynn, Thomas R., Kampits, Peter und Vogt, Erik M. (Hrsg.): Sartre. Perspektiven und Kritiken. Wien 2005.
Kampits, Peter: Sartre Frage nach dem Anderen. Eine sozialontologische Untersuchung, Oldenburg 1975.
Merle, Jean- Christoph (Hrsg.): Johann Gottlieb Fichte: Grundlage des Naturrechts. Klassiker Auslegen 24, hrsg. von Berlin 2001.
Rockmore, Tom und Breazeale, Daniel (Hrsg.): Rights, Bodies, and Recognition: New Essays on Fichte's ›Foundations of Natural Right‹, Aldershot and Burlington (Ashgate) 2005.
Williams, Robert R.: Fichte and Hegel on the Other, State University of New York Press, 1992.

Association in the course directory

BA M 2.3, § 3.2.2

Last modified: Sa 08.07.2023 00:17