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180415 VO-L Gerechtigkeit. Ein Grundbegriff der europäischen Geistesgeschichte (2010W)

Justice. A fundamental term of Europe's history of ideas

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Terming für die Märzprüfung: Donnerstag, 10. März, 12-14h, HS 3 B.
Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie vorhaben anzutreten, damit ich ungefähr weiß, wieviele Prüfungsbögen ich brauche.

Details

Language: German

Examination dates

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Currently no class schedule is known.

Information

Aims, contents and method of the course

Gerechtigkeit gehört zu den zentralen, viel beschworenen und heftig umstrittenen Idealen menschlichen Umgangs. Gerechtigkeit gibt an, was wir einander schulden: an Verhalten, an Gütern, an Rechten und Pflichten. Hume hat sie daher die "vorsichtige, argwöhnische" Tugend genannt. Auf Gerechtigkeit beruft man sich, wenn es darum geht, die Steuerbelastung für einzelne Gruppen zu verringern und für andere zu erhöhen, knappe medizinische Güter zu verteilen, das Verhältnis der Generationen zu gestalten, oder beim Versuch, einen militärischen Angriff zu legitimieren, wie etwa die "humanitäre Intervention" im Kosovo oder den Krieg gegen den Irak. Aber gibt es ihn wirklich, den "gerechten Krieg"? Oder muss dieses Konzept ganz verworfen werden?
Zur Annäherung an solche Fragen ist zunächst eine Exploration des Begriffs erforderlich. Gerechtigkeit ist nicht nur eine personale Tugend, sie ist auch eine Anforderung an Institutionen - eine Anforderung zumal an Recht und Staat, wo Rechte und Pflichten, Güter und Positionen verteilt werden. Um Gerechtigkeit ranken sich Formeln, und Gerechtigkeit erscheint je nach Kontext in unterschiedlichen Ausprägungen, sei es bei der Legitimation von Herrschaftsverhältnissen (politische Gerechtigkeit), bei der Verteilung von Ressourcen (soziale Gerechtigkeit), dem Ausgleich von Unrechtsverhältnissen (korrektive Gerechtigkeit) oder bei der Frage, wie man einschlägige Konflikte so abwickelt, dass (halbwegs) akzeptable Lösungen generiert werden (Verfahrensgerechtigkeit).
Auf dieser Grundlage wird eine kurze Geschichte der Gerechtigkeit von der Antike bis zur Gegenwart skizziert, gefolgt von einer Darstellung aktueller Theorien wie Rawls' liberaler Konzeption der Gerechtigkeit als Fairness, des Kommunitarismus, Multikulturalismus sowie libertärer, egalitärer und nonegalitär-humanistischer Theorien. Im Anschluss geht es an die Vertiefung von Gerechtigkeitsfragen im Sozialstaat und in sozialen Nahbeziehungen sowie im Geschlechterverhältnis. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit sowie Herausforderungen von Fragen globaler Gerechtigkeit schließen die Vorlesung ab. Das Anliegen besteht darin, neben philosophischen Grundlagen besonderes Augenmerk auf aktuelle Debatten zu legen.
Die Struktur der Vorlesung folgt meinem Buch "Gerechtigkeit" (Elisabeth Holzleithner, facultas wuv 2009). Der Inhalt dieses Buchs wird demnach Grundlage der Prüfung am Ende des Semesters sein. Zur Vertiefung werden darüber hinaus Texte auf der Lernplattform "Fronter" zur Verfügung gestellt.

Assessment and permitted materials

Minimum requirements and assessment criteria

Examination topics

Reading list

Elisabeth Holzleithner, Gerechtigkeit, Wien: Facultas wuv 2009

Weitere, vertiefende Literatur ist in Kürze über die Lernplattform Fronter zugänglich.

Association in the course directory

BA M6.3, § 4.1.3, EC 2.3

Last modified: We 19.08.2020 08:02