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190082 VO Compulsory Module: Advanced Psychoanalytic Theory and Its Relevance for Various Disciplines (2015S)

Neuro-Psychoanalysis. Psychoanalysis and neuroscience.

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft

ÄNDERUNG: VO-Beginn am 10.03.2015

Sprechstunde von Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch im Sommersemester 2015: Zeit: Dienstag 18:30-19:30 und nach Vereinbarung; Ort: Institut für Philosophie, NIG, 2. Stock, Zimmer C0215.

1. Prüfungstermin:
Dienstag 30.06.2015, 18.30-20.00 Uhr, HS 3C, 3. Stock, NIG
Anmeldung von-bis: 28.05.2015, 09.00 bis 23.06.2015, 09.00
Abmelden bis: 29.06.2015 09.00
An- und Abmeldung über UNIVIS

2. Prüfungstermin:
DI 27.10.2015, 18.30 - 20.00 Uhr, Zimmer C0215, 2. Stock, NIG
Anmeldung von-bis: 15.07.2015 09.00 bis 20.10.2015 09.00
Abmelden bis: 26.10.2015 09.00
An- und Abmeldung über U:SPACE

3. Prüfungstermin:
DI 24.11.2015, 18.30-20.00 Uhr, Zimmer C0215, 2. Stock NIG
Anmeldung von-bis: 27.10.2015 09.00 bis 17.11.2015 09.00
Abmelden bis: 23.11.2015 09.00
An- und Abmeldung über U:SPACE

Details

Language: German

Examination dates

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Tuesday 10.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 17.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 24.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 14.04. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 21.04. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 28.04. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 05.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 12.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 19.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 02.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 09.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 16.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Tuesday 23.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien

Information

Aims, contents and method of the course

In seiner Arbeit am Manuskript Entwurf einer Psychologie (Freud 1950c [1895]) versuchte Freud ein Modell der Funktionen des Geistes auf der Grundlage ihrer neurobiologischen Mechanismen aufzustellen. Jedoch musste sich der Neurowissenschaftler Freud von der Neurobiologie seiner Zeit verabschieden, da diese noch nicht weit genug gediehen war, um zum Aufbau der Psychoanalyse fruchtbar beitragen zu können. So traf Freud die methodologische Entscheidung, sich mit dem psychologischen Gesichtspunkt abzufinden. Nach Freud wurden etliche Versuche unternommen, die Psychoanalyse mit den Neurowissenschaften zu verknüpfen.
Unter Neuro-Psychoanalyse verstehen Mark Solms und Oliver Turnbull eine Methode, mit deren Hilfe ein und dasselbe Phänomen unter der psychoanalytischen und der neurowissenschaftlichen Perspektive gleichzeitig untersucht werden kann. Wenn diese Voraussetzung gewährleistet ist, können wir sicher sein, dass sich die beiden Beobachtungssets (und die auf ihnen aufbauenden theoretischen Erklärungen) tatsächlich auf dasselbe Realitätssegment beziehen (Solms und Turnbull 2002, S. 316). Den Auftakt zur klassischen Neuro-Psychoanalyse haben der Psychoanalytiker Arnold Pfeiffer und der Neurowissenschaftler James Schwartz 1990 mit der Gründung einer Arbeitsgruppe innerhalb des New York Psychoanalytic Institute gegeben, die sich zum heutigen Arnold Pfeiffer Center for Neuro-Psychoanalysis entwickelte. Die Bezeichnung Neuro-Psychoanalyse gab in der Folge sowohl der 1999 gegründeten Zeitschrift Neuro-Psychoanalysis als auch der International Neuro-Psychoanalysis Society den Namen. Die von Solms und Turnbull angesprochene Methode ist eine Fortentwicklung der klinisch-anatomischen Methode. Das charakteristische Merkmal der klinisch-anatomischen Methode ist die systematische Korrelation von (klinisch) veränderten geistigen Funktionen mit (anatomischen) Schädigungen spezifischer Gehirnregionen (Solms und Turnbull 2002, S. 73).
Manche PsychoanalytikerInnen und psychoanalytische ForscherInnen verwenden den Begriff der Neuro-Psychoanalyse allgemeiner als im Sinne einer strikten Anwendung der neuropsychologischen dynamischen Lokalisation auf klinische, psychoanalytisch orientierte Fallstudien, so dass Neuro-Psychoanalyse üblicherweise auch als Synonym eines breiten Spektrums von klinischen, theoretischen und experimentellen Untersuchungen an der Schnittstelle zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften eingesetzt wird. Aus der Zusammenarbeit zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften entstehen kooperative Forschungsunternehmen: erstens zur Überprüfung psychoanalytischer Annahmen und zweitens für die Wirksamkeitsstudien psychoanalytischer und psychoanalytisch orientierter Behandlungen.
Die gegenwärtige neuropsychoanalytische Forschung lässt sich weniger als Anpassung an die Erfordernisse der evidence based medicine einschätzen, sondern sie zielt, wie entsprechende Untersuchungen zeigen, auf eine Anhebung der Standards des klinischen Alltags ab.
Die multimediale VO wird anhand interdisziplinärer Texte in diese breitgefächerte Diskussion einführen und Beispiele aus der laufenden Forschung präsentieren.

Assessment and permitted materials

Schriftliche Prüfung.

Minimum requirements and assessment criteria

Die LV zielt darauf ab, die Studierenden in die Neuro-Psychoanalyse und in die gegenwärtige Zusammenarbeit zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften einzuführen. Die Studierenden können diese Einführung in die gegenwärtige neuropsychoanalytische Forschung für ihre zukünftigen interdisziplinären Untersuchungen fruchtbar einsetzen.

Examination topics

E-Learning in Vorbereitung. Die Lehrveranstaltung wird als VO mit anschließender Diskussion angeboten. Die VO Einheit entfaltet sich anhand einer multimedialen Präsentation der Materialien (inklusive Filme, Videos, Tonbänder u.a.). Die Studierenden werden ermutigt, sich an der anschließende Diskussion zu beteiligen. Auch an Gedankenexperimenten und Kasuistik wird gearbeitet, um eine bessere Verarbeitung und vertieftes Verständnis der interdisziplinären Materialien zu ermöglichen.

Reading list

Bei S. Freud werden die Werke aus: Freud, S. Gesammelte Werke. Bde. 1-17. London: Imago Publishing 1940-52 (seit 1960: Frankfurt Main: Fischer); Bd. 18 u Nachtragsbd. Frankfurt Main: Fischer 1968 u 1987; die Jahresangaben seiner Publikationen werden aus der Bibliographie in: Meyer-Palmedo, I. u Fichtner, G., Hg. (1989). Freud-Bibliographie mit Werkkonkordanz. Frankfurt Main: Fischer, S. 15-90 entnommen.
Barth, F., Giampieri-Deutsch, P. u Klein, H.-D., Hg. (2012). Sensory Perception. Mind and Matter. Wien u New York: Springer.
Beutel, M. E., Stark, R., Pan, H., Silbersweig, D. u Dietrich, S. (2010). Changes of brain activation pre- post short-term psychodynamic inpatient psychotherapy: An fMRI study of panic disorder patients. Psychiatry Research: Neuroimaging 184: 96-104.
Freud, S. (1950c [1895]). Entwurf einer Psychologie. GW Nachtr., S. 387-477.
Giampieri-Deutsch, P., Hg. (2002 u 2004). Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Europäische Perspektiven. Bd. 1 u Anglo-amerikanische Perspektiven. Bd. 2. Stuttgart: Kohlhammer.
Giampieri-Deutsch, P. (2010). Some remarks on psychoanalytic research and universities. International Forum of Psychoanalysis 19/4: 210-217.
Giampieri-Deutsch, P. (2012). Introductory remarks to Section IV Perception and memory: conscious and unconscious processes. In Sensory Perception. Mind and Matter, hg. F. Barth, P. Giampieri-Deutsch u H.-D. Klein. Wien New York: Springer Verlag, S. 239-243.
Giampieri-Deutsch, P. (2012). Perception, conscious and unconscious processes. In Sensory Perception. Mind and Matter, hg. F. Barth, P. Giampieri-Deutsch u H.-D. Klein. Wien u New York: Springer, S. 245-264.
Giampieri-Deutsch, P. (2014). Neuro-Psychoanalyse. In Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe. 4. Auflage, hg. W. Mertens. Stuttgart: Kohlhammer, S. 622-631.
Kaplan-Solms, K. u Solms, M. (2000). Neuro-Psychoanalyse. Stuttgart: Klett-Cotta 2003.
Lehtonen, J. (2012). At the crossroads of psychoanalysis and neuroscience. The Scandinavian Psychoanalytic Review 35: 9-20.
Levin, F. M. (2004). Das exekutive Aufmerksamkeitsnetzwerk (ECN), selektive Aufmerksamkeit und kognitives Defizit. In Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Anglo-amerikanische Perspektiven. Bd. 2, hg. P. Giampieri-Deutsch. Stuttgart: Kohlhammer, S. 192-212.
Levin, F. M. (2005). Synapses, cytokines (CK) and long-term memory (LTM): An interdisciplinary look at how psychoanalysis might activate learning. In Psychoanalysis as an Empirical, Interdisciplinary Science, hg. P. Giampieri-Deutsch. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, S. 211-238.
Pribram, K. H. (2005). Freud s project for a scientific psychology in the 21st century. In Psychoanalysis as an Empirical, Interdisciplinary Science, hg. P. Giampieri-Deutsch. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, S. 169-177.
Mancia, M. (2002). Methodologische Unterschiede zwischen der neurowissenschaftlichen und der psychoanalytischen Traumforschung. In Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Anglo-amerikanische Perspektiven. Bd. 1, hg. P. Giampieri-Deutsch. Stuttgart: Kohlhammer, S. 214-224.
Mancia, M., Hg. (2006). Psychoanalysis and Neuroscience. Milan New York: Springer.
Shevrin, H. (2004). Die experimentelle Untersuchung von unbewusstem Konflikt, unbewusstem Affekt und unbewusster Signalangst. In Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Anglo-amerikanische Perspektiven. Bd. 2, hg. P. Giampieri-Deutsch. Stuttgart: Kohlhammer, S. 114-142.
Solms, M. und Turnbull, O. (2002). Das Gehirn und die innere Welt. Düsseldorf und Zürich: Patmos u Walter 2004.
Solms, M. (2004). Ein Beispiel aus der neuropsychoanalytischen Forschung: Das Korsakow-Syndrom. In Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Anglo-amerikanische Perspektiven. Bd. 2, hg. P. Giampieri-Deutsch. Stuttgart: Kohlhammer, S. 213-228.
Solms, M. and Turnbull, O. H. (2011). What is neuropsychoanalysis? Neuropsychoanalysis 13: 133-146.

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EC192 Pflichtmodul

Last modified: Mo 07.09.2020 15:37