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210119 SE M6: Austrian Politics (2019W)

Political Culture and pluralism in Austria after 1945

9.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Continuous assessment of course work

Eine Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase ist erforderlich! Eine nachträgliche Anmeldung ist NICHT möglich.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.

Beachten Sie die Standards guter wissenschaftlicher Praxis.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte und erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Ab WS 2018 kommt die Plagiatssoftware (‘Turnitin') bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen zum Einsatz.

Fr 13.12. 09:45-16:30 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock

Registration/Deregistration

Details

max. 40 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Saturday 14.12. 09:00 - 15:00 Seminarraum 1 (S1), NIG 2. Stock
Friday 24.01. 09:45 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Saturday 25.01. 09:00 - 14:00 Seminarraum 1 (S1), NIG 2. Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, anhand ausgewählter Aspekte des Umgangs mit gesellschaftlicher Pluralität in Österreich nach 1945, grundlegende Kenntnisse über das österreichische Politische System zu vermitteln.

Zum einen erarbeiten wir im Seminar theoretisches Wissen über zwei zentrale Konzepte der politikwissenschaftlichen Demokratieforschung: Pluralismus und (demokratische) politische Kultur. Entlang eines kursorischen Überblicks über ältere und neuere politikwissenschaftlicher Ansätze und Debatten dazu (pluralistische repräsentative Demokratie, ‚civic culture’; politische Kultur als Debattenkultur, pluralistische Geschlechterdemokratie, ‚pluralist ethos’) sowie unter Bezugnahme auf andere, aktuelle politikwissenschaftliche Begrifflichkeiten – wie z.B. Inklusion/ Exklusion – wird der Konnex zwischen dem politischen Umgang mit Pluralität und demokratischer politischer Kultur aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Auf Basis der konzeptuellen Auseinandersetzung werden zum anderen thematische Schwerpunkte bearbeitet, anhand derer der Umgang mit gesellschaftlicher Pluralität – sowie die damit verbundenen ethnisierten, religiös und geschlechtsspezifisch konnotierten Konstruktionen von Anderen – analysiert werden. Die thematischen Schwerpunkte sind sowohl im Kontext von Migration als auch der Stellung authochthoner Minderheiten angesiedelt, beispielsweise die sogenannte „Gastarbeitermigration“, Flucht, Remigration jüdischer NS-Vertriebener nach 1945, die Stellung von Roma und Sinti. Die Themen werden anhand von Sekundärliteratur und empirischem Material entlang der Dimensionen von policy-Analyse, rechtlicher Inklusion/ Exklusion sowie von diskursiven Konstruktionen beleuchtet und damit einhergehend auch Kenntnisse der entsprechenden politikwissenschaftlichen Analysemethoden vermittelt. Von den einzelnen thematischen Schwerpunkten aus werden jeweils Bezüge zu den Institutionen, Prozessen und Ergebnissen des österreichischen politischen Systems (Sozialpartnerschaft, policy-Entwicklung z.B. in den Feldern Migrationspolitik, Integrationspolitik, Staatsbürgerschaftspolitik, Asylpolitik) hergestellt.

Assessment and permitted materials

schriftlich: Konzept der Seminararbeit und Seminararbeit; mündlich: Referat, Mitarbeit

Minimum requirements and assessment criteria

regelmäßige Anwesenheit (max. zwei Fehlstunden) und aktive Mitarbeit
- Lesen der Basistexte bis zum angegebenen Termin
- Konzept einer Seminararbeit (2-3 Seiten) (20%)
- ein thematisches Referat (30%)
- schriftliche Seminararbeit (15-20 Seiten) und termingerechte Abgabe (50%)
Für eine positive Note sind alle Leistungen zu erbringen und mindestens 60% zu erreichen.

Examination topics

Reading list

- Ajanovic, Edma/ Stefanie Mayer/ Birgit Sauer (2018). Constructing ‚the people’: An intersectional analysis of right-wing concepts of democracy and citizenship in Austria, in: Journal of Language and Politics, 17(5), 636-654.
- Almond, Gabriel A./ Sidney Verba (1963). The Civic Culture. Political Attitudes and Democracy in five Nations, Princeton-New Jersey: Princeton University Press, 3-42.
- Atac, Ilker/ Sieglinde Rosenberger (2013) (Hg.). Politik der Inklusion und Exklusion, Göttingen, V&R Press, 35-52.
- Bauböck, Rainer (1996) Nach Rasse und Sprache verschieden. Migrationspolitik in Österreich von der Monarchie bis heute. Wien, 1996.
- Baumgartner, Gerhard/ Bernhard Perchinig (2006). Minderheitenpolitik, in: Herbert Dachs et. al. (eds.): Politik in Österreich. Das Handbuch. Wien: Manz, 686 – 701.
- Bischof, Karin (2018). Austrian postwar democratic consensus and anti-Semitism. Rhetorical strategies, exclusionary patterns and constructions of the “demos” in parliamentary debates, in: Journal of Language and Politics, 17(5), 676–695.
- Burger, Hannelore (2014). Heimatrecht und Staatsbürgerschaft österreichischer Juden. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Wien-Köln-Graz: Böhlau.
- Connolly, William E. (1995). The ethos of pluralization, Borderlines, Minneapolis, Minn. [u.a.]: Univ. of Minnesota Press.
- Connolly, William E. (2005). Pluralism. Durham, NC [u.a.]: Duke Univ. Press.
- Dahl, Robert A. (1971). Polyarchy. Participation and Opposition, New Haven-London: Yale University Press.
- De Néve, Dorothee (2015). Pluralismus und Antipluralismus, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 44(2), 45-48.
- Hadj-Abdou, Leila (2017). ‚Gender Nationalism’. The new (old) politics of belonging, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 46(1), https://webapp.uibk.ac.at/ojs/index.php/OEZP/article/view/1838/1485.
- Ludwig, Gundula/ Birgit Sauer/ Stefanie Wöhl (Hg): Staat und Geschlecht. Grundlagen und Herausforderungen feministischer Staatstheorie, Baden-Baden: Nomos
- Palonen, Kari/ José María Rosales (2015). "Epilogue: Racasting the Parliamentary Culture of Politics." In Parliamentarism and Democratic Theory: Historical and Contemporary Perspectives, edited by Kari Palonen and José María Rosales, Opladen-Berlin-Toronto: Barbara Budrich Publishers, 299-318.
- Perchinig, Bernhard (2016). Zuwanderung und Integration in Österreich revisited. In: Mindler-Steiner, Johannes (ed.): INTEGRATION nach vor DENKEN. Österreichs Umgang mit dem (noch) Fremden, Wien: Verlag noir, 43 – 69.
- Pelinka, Anton (2009). "Überwindung oder Vertiefung von Hegemonie? Politische Kultur "lernen"." In Politische Kultur: Forschungsstand und Forschungsperspektiven, edited by Samuel Salzborn, 31-43. Frankfurt/Main u.a.: Peter Lang.
- Schuppert, Gunnar Folke (2017). Governance of Diversity. Zu Umgang mit kultureller und religiöser Pluralität in säkularen Gesellschaften, Frankfurt-New York: Campus.
- Rohe, Karl. 1990. "Politische Kultur und ihre Analyse: Probleme und Perspektiven der politischen Kulturforschung." Historische Zeitschrift no. 250 (2):321-346.
- Rosenberger, Sieglinde (2015). The Politicisation of Migration in Austria. / Sarah Meyer; Sieglinde Rosenberger. In: W. van der Brug; G. D’Amato; D. Ruedin; J. Berkhout (eds.): The Politicisation of Migration, Routledge, p. 31-51.
- Rosenberger, Sieglinde/ Birgit Sauer (Hg.) (2008). Islam im öffentlichen Raum. Debatten und Regulationen in Europa. Schwerpunktheft der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft, 37(4).
- Rosenberger, Sieglinde/ Birgit Sauer (2004). Politikwissenschaft und Geschlecht. Konzepte – Verknüpfungen – Perspektiven, Wien: WUV.
- Stewart, Miachael (ed.) (2012). The gypsy "menace" : populism and the new anti-gypsy politics, London: Hurst.
- Valchars, Gerd (2018). Staatsbürgerschaft: Recht und Praxis in Österreich, in: Schrattbauer, Birgit/Walter, Pfeil/Mosler, Rudolf (Hg), Migration, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik, Wien: Manz, S. 163-190

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Last modified: We 04.09.2019 11:08