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230122 SE Selected Paradigms: Neo-marxist Theory of Society (2019S)

Pierre Bourdieus "Distinction: A Social Critique of the Judgement of Taste"

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Continuous assessment of course work

Details

max. 35 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Tuesday 05.03. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 19.03. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 26.03. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 02.04. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 09.04. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 30.04. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 07.05. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 14.05. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 21.05. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 28.05. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 04.06. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 18.06. 11:45 - 13:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Tuesday 25.06. 11:45 - 15:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Pierre Bourdieu galt schon zu Lebzeiten als das, was man in der Soziologie einen „Klassiker“ nennt: niemand, der sich ernsthaft mit dem Fach Soziologie beschäftigt, kommt um eine Auseinandersetzung mit seinem Werk herum. Das Faszinierende an Bourdieus Denken ist dabei, dass er theoretisch komplexe Analysen mit empirischen Materialien zu verbinden weiß und dem gesellschaftlichen und individuellen Zusammenwirken von ökonomischen, sozialen und kulturellen Kapitalsorten in herrschaftskritischer Absicht nachzugehen vermag. Für Bourdieu ist dabei klar: jeder Mensch, ob mächtig oder machtlos, ist in der Moderne in gesellschaftliche Herrschaft verstrickt. Sie manifestiert sich in jeder sozialen Situation, in jeder individuellen Geste, jedem Geschmacksurteil.

Nach Bourdieu kann sich die Bereitschaft, die "relationale Logik" (Bourdieu) der Aufklärung in herrschaftskritischer Absicht zur Geltung zu bringen, deshalb nicht allein auf das "Erkenntnisobjekt" der Soziologie, also "die anderen“, beschränken, sondern muss die soziologischen Erkenntnissubjekte selbst mit einschließen. Bourdieu ist klar, dass soziologisches Denken in der Tradition der Aufklärung nur im Rahmen einer selbstreflexiven Theorie möglich ist: das soziologische Erkenntnissubjekt muss in der Theorie, die es bildet, selbst vorkommen. Zu welchen beeindruckend selbstaufgeklärten Ergebnissen die Selbstanwendung seiner Theorie führt, kann in Bourdieus autobiographischen Text „Ein soziologischer Selbstversuch“ (2002) nachvollzogen werden.

Ziel dieser Lehrveranstaltung wird es sein, sich mit den zentralen Begriffen der neomarxistischen Gesellschaftstheorie Pierre Bourdieus und ihres empirischen Anwendungspotentials vertraut zu machen. Dies wird vor allem anhand der Lektüre seines theoretischen Hauptwerkes „Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ geschehen. Im weiteren Verlauf des Seminares soll das Erklärungspotential dieser Theorie anhand aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen empirisch getestet werden – beispielsweise anhand einer, durch wissenschaftliche Informationen anscheinend kaum zu korrigierenden, Habitualisierung ökologisch destruktiver Konsummuster; der aktuellen Formierung bewegungsarmer Lebensgewohnheiten oder etwa der pädagogischen Folgen religiös normierter Sozialisationskulturen im schulischen Feld. Freilich wird es auch notwendig sein, die Erkenntnisgrenzen der Bourdieu’schen Theorie zu erörtern. Es gibt sie.

Methoden: Textlektüre, Exzerpte, Kurzreferate (20 Minuten), Diskussionen in Kleingruppen und Plenum, Abschlussprüfung bzw. Seminararbeit.

Assessment and permitted materials

Zusammensetzung der Note: Seminararbeit (70%), Referat (20%), kleinere schriftliche Arbeiten (10%), Anwesenheit

Hinweis der SPL: bei Feststellung einer erschlichenen Teilleistung (Abschreiben, Plagiieren, Ghostwriting, etc.) muss die gesamte Lehrveranstaltung als geschummelt gewertet und als Antritt gezählt werden.

Minimum requirements and assessment criteria

In der aktiven Auseinandersetzung mit Pierre Bourdieus theoretischem Hauptwerk "Die feinen Unterschiede" sollen die Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer die Kompetenz erwerben, mit den zentralen Begrifflichkeiten und Erklärungsperspektiven seiner neomarxistischen Gesellchaftstheorie argumentativ operieren und sie im Kontext der Analyse empirischer Materialien sinnvoll anwenden zu können. Sie sollen zudem lernen, die neomarxistische Theorie Bourdieus in einem erkenntnis- und theoriegeschichtlichen Kontext zu verorten und ihr - im Vergleich zum Konstruktivismus der Marx'schen Gesellschaftstheorie - innovatives Erklärungspotential zu erkennen. Die politischen Implikationen der Bourdieu'schen Gesellschaftsanalysen ebenso wie die Erklärungsgrenzen dieser Theoriekonzeption werden ebenfalls zu erörtern sein.

Examination topics

Seminarlektüre, Vorträge

Reading list

Bourdieu, Pierre (2002), Ein soziologischer Selbstversuch, Frankfurt/M.
Bourdieu, Pierre (1989), Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt/M.
Bourdieu, Pierre (1997), Der Tote packt den Lebenden. Schriften zu Politik & Kultur 2, Hamburg: VSA.
Bourdieu, P. (1993), Narzisstische Reflexivität und wissenschaftliche Reflexivität, in: Berg, E./Fuchs, M. (Hg.), Kultur, soziale Praxis, Text. Die Krise der ethnographischen Repräsentation, Frankfurt/M. 1993, S. 365-374.
Schwingel, Markus (1995), Bourdieu zur Einführung, Hamburg: Junius.

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in 505: BA T2 SE Ausgewählte Paradigmen

Last modified: Mo 12.08.2019 11:08