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The University of Vienna’s buildings are open to the public again without restrictions during the applicable opening hours from 1 July 2020 onwards. Teaching at the University of Vienna will take place in the form of remote learning until the end of the semester. It is crucial that you continue to follow the hygiene rules and rules of conduct.

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230286 VO+SE Gender-Space-Power (2007W)

6.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Continuous assessment of course work

Details

Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Friday 12.10. 10:00 - 13:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Friday 09.11. 10:00 - 15:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Friday 23.11. 10:00 - 15:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Friday 30.11. 10:00 - 18:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Friday 07.12. 10:00 - 15:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Friday 18.01. 10:00 - 16:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Friday 25.01. 10:00 - 16:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Geschlecht ist Bestandteil einer Raumordnung und Architektur von Macht. Mit diesen Machtverhältnissen gehen Normierungsverfahren einher, die die biologisch begründete Zweigeschlechtlichkeit und die damit verbundenen Mechanismen der Heterosexualität als zentralen Kern haben. Moderne Raumproduktion im Kontext von Geschlecht, Klasse und Ethnie basiert zum einen auf fortschreitender Individualisierung auf der Folie eines homogenen, heterosexuellen-normativen Gesellschaftskörpers, zum anderen basiert sie auf einer Objektivierung von Raumproduktionen und ihrer Subjekte mittels Diskurse.
Am Beispiel der Konstruktion von Suburbia, die den Kult familiärer Häuslichkeit repräsentiert, wollen wir uns in dieser Lehrveranstaltung zentral mit dem Thema "Suburbia im Wandel" beschäftigen. Suburbia als "Ort weiblicher Trivialität", das suburbane Einfamilienhaus als vorgefertigtes Wohnmodell für mittelständische heterosexuelle Geschlechterbeziehungen. Da im Zuge aktueller Modernisierungs- und Emanzipationsprozesse die traditionelle Kleinfamilie zunehmend an Bedeutung verliert, wird ein Fokus auch auf die bauliche (Neu)Orientierung seitens der Stadt Wien in Bezug auf das hegemoniale Lebensmodell "Kleinfamilie" als Auslaufmodell gelegt.

Im Gegensatz zu dem suburbanen Lebensstil, "Suburbia als Sitz des Weiblichkeitswahns" (Friedan) haben widerständische bzw. gegenkulturelle Bewegungen, allen voran die Neue Frauenbewegung der 70er Jahre, versucht sich aus dem Korsett von Ideologien, Zuschreibungen, strukturell bedingten Einschränkungen zu befreien und zur Auflösung dieser geschlechtlichen Machtverhältnisse beizutragen. Neue Denkrichtungen und soziale Praktiken sind entstanden, die zu spezifischen Lebensmodellen geführt haben, die sich räumlich lokalisieren lassen. Dies bedeutet, dass wir die Strategien der Aneignung physischer Räumlichkeiten, die aus einer widerständischen (feministischen) Theorie und Praxis entstanden sind, als zweiten Schwerpunkt in diesem Seminar behandeln. Wiederum am Beispiel der Stadt Wien wollen wir uns mit den Raumproduktionen gegenkultureller Öffentlichkeiten beschäftigen.
Konkret werden in der LV zwei große Themenblöcke bearbeitet:
· Suburbia im Wandel: Prozess der Suburbanisierung. Suburbia-Forschung, das suburbane Einfamilienhaus, Suburbane Weiblichkeitskonzepte, Suburbia in den Medien, das neue Suburbia
· Raumproduktionen feministischer/gegenkultureller Öffentlichkeiten/Bewegungen
1. Feministische Orte/Öffentlichkeiten
2. Soziale, autonome Bewegungen
3. Orte/Öffentlichkeiten von MigrantInnen

Assessment and permitted materials

Minimum requirements and assessment criteria

Auseinandersetzung mit den wichtigsten Raumtheorien nach Martina Löw, Pierre Bourdieu, Michel Foucault und Henri Lefebvre aus der Genderperspektive. Spezieller Fokus: Suburbia-Forschung. In einem weiteren Schritt werden die raumtheoretischen Ansätze auf ihre Praxisrelevanz an konkreten geschlechtlich codierten urbanen Räumen überprüft.

Examination topics

Regelmäßige Teilnahme. Gemeinsame Textlektüre (Raumtheorien). Referate, Diskussionsphasen, Gastreferentin, Exkursion, Stadt- und Raumbeobachtungen, schriftliche Einzel- und Gruppenarbeiten.

Reading list

Belina, Bernd/Michel, Boris (Hrsg.) (2007): Raumproduktionen. Beiträge der Radical Geography. Eine Zwischenbilanz. Münster. Westfälisches Dampfboot.
Bourdieu, Pierre (1991): "Physischer, sozialer und angeeigneter physischer Raum". In: Wentz, M. (Hg.): Stadt-Räume. Die Zukunft des Städtischen. Frankfurter Beiträge, Bd. 2. Frankfurt am Main/New York
Doderer, Yvonne P. (2003): Urbane Praktiken. Strategien und Raumproduktionen feministischer Frauenöffentlichkeit. Münster. Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat
Foucault, Michel (1999): Botschaften der Macht. Reader Diskurs und Medien. Stuttgart. DVA
Kessl, Fabian /Reutlinger, Christian/Maurer, Susanne/Frey, Oliver (Hrsg.) (2005): Handbuch Sozialraum. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften
Lefebvre, Henri (1997): The Production of Space. Massachusetts. Oxford/Malden
Lefebvre, Henri (2003): Die Revolution der Städte. Limitierte Auflage. Dresden
Löw, Martina (2001): Raumsoziologie. Frankfurt am Main. Suhrkamp

Raum - Stadt(Planung)
Breuer, Gerda (Hrsg.) (1998): Neue Stadträume zwischen Musealisierung, Medialisierung und Gestaltlosigkeit. Wuppertaler Gespräche
Feministische Studien (1999): Schwerpunkt: Weiblichkeit und Metropole. 17. Jahrgang, November, Nr. 2. Deutscher Studien Verlag
Derive - Zeitschrift für Stadtforschung (2004): Schwerpunkt: Stadterneuerung, Heft 17
Ernst, Waltraud (2003): Umkämpfte Räume: Die Stadt als Ort der Instanziierung und Infragestellung von Geschlechterordnungen. In: Kuhlmann, Dörte/Hnilica, Sonja/Jormakka Kari (Hg.) building power. Architektur, Macht, Gender. Wien. Edition selene. S. 233-260.
Feministische Studien (1999): Schwerpunkt: Weiblichkeit und Metropole. 17. Jahrgang, November, Nr. 2. Deutscher Studien Verlag
Frank, Susanne (2003): Stadtplanung im Geschlechterkampf. Stadt und Geschlecht in der Großstadtentwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts. Opladen. Leske +Budrich
Gilbert, Anne-Francoise (1993): Feministische Geographien. In: Ortssuche. Zur Geographie der Geschlechterdifferenz. Bühler Meyer Reichert Scheller (Hg.): Zürich-Dortmund 1993
Kirchberg, Volker / Göschel, Albrecht (Hrsg.) (1998): Kultur in der Stadt. Stadtsoziologische Analysen zur Kultur. Leske +Budrich, Opladen
Kuhlmann, Dörte/Jormakka, Kari (Hg.), (2002): Building Gender. Architektur und Geschlecht. Wien. Edition Selene
Kuhlmann, Dörte/ Hnilica, Sonja / Jormakka, Kari (Hg..), (2003): Building Power. Architektur, Macht, Gender. Wien. Edition Selene
Nierhaus, Irene (1999): Raum Geschlecht Architektur. Sonderzahl Wien
Rodenstein, Marianne (1994): Wege zur nicht-sexistischen Stadt. Architektinnen und Planerinnen in den USA. Freiburg in Br. Kore
Ronneberger/Lanz/Jahn (1999). Die Stadt als Beute. Bonn
Scheller, Andrea (1995): Frau Macht Raum. Geschlechtsspezifische Regionalisierungen der Alltagswelt als Ausdruck der Machtstrukturen. Zürich
Terlinden, Ulla (Hg.) (2003): City and Gender. International Discourse on Gender. Urbanism and Architecture (= Schriftenreihe der internat. Frauenuniversität Technik und Kultur 12). Opladen: Leske +Budrich
Wilson, Elizabeth (1993): Begegnung mit der Sphinx. Stadtleben, Chaos und Frauen. Birkhäuser. Basel Berlin Boston
Zukin, Sharon (1995): The Cultures of Cities. Blackwell

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Last modified: Fr 31.08.2018 08:54