Universität Wien FIND

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240025 VS (Physical) embodiment (3.2.5) (2016S)

How concepts of the body, health, illness/sickness reflect cultural identity

Continuous assessment of course work

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 40 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

ACHTUNG: Geänderte Termine!

Wednesday 09.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Wednesday 16.03. 11:30 - 14:45 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Wednesday 13.04. 11:30 - 14:45 Seminarraum A, NIG 4. Stock
Wednesday 04.05. 11:30 - 14:45 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Wednesday 18.05. 11:30 - 14:45 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Wednesday 01.06. 11:30 - 14:45 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Wednesday 29.06. 11:30 - 14:45 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Lehrziele

Erlangen von theoretischem Wissen auf dem Gebiet der Ethnomedizin und Medical Anthropology, sowie feministischer Theorie. Im Zusammenspiel von konkreten Lebensbedingungen (sprich: Alltagswelt) und sozialer Konstruktion manifestiert sich der Wandel personaler, geschlechtsspezifischer und kollektiver Körperbilder, Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitsbewusstsein. In diesem Sinne will das VS den konstruktivistischen Charakter dieser Begrifflichkeiten aufzeigen. Weiters zielt es darauf ab, den Studierenden ein differenziertes Verständnis hinsichtlich der Interdependenz von Körpervorstellungen, Geschlechteridentitäten und Gesundheits- / Krankheitskonzepten zu vermitteln.

Lehrinhalte

Die Medizinethnologie befasst sich mit der sozialen und kulturellen Dimension von Gesundheit, Krankheit und Medizin – oder anders ausgedrückt – mit der kulturellen Konstruktion von Krankheit, sowie mit den jeweiligen gesellschaftlichen Reaktionen darauf. Medizinische Systeme können daher als kulturelle Systeme gesehen werden, ebenso wie Sprache oder Verwandtschaft: Sie verändern sich entsprechend den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und beugen sich den sozialen Normen. In Interdependenz mit Gesundheits- und Krankheitskonzepten kommt den jeweiligen kulturellen Vorstellungen von gender große Bedeutung zu: Diese fließen in geschlechtlichspezifische Krankheitsbilder ein und sind so Ausdruck und Spiegel von den sozialen Verhältnissen einer Kultur, sind mit den jeweiligen Wissenssystemen und Ideologieformen verwoben. D.h. die Wechselwirkung von symbolischer und konkreter Ordnung ist auch in unseren Körpern 'eingeschrieben' und Teil des Identitätsbildungsprozesses. In den westlichen Gesellschaften hat die Bedeutung des Normalen in den letzten hundert Jahren rapide zugenommen - sie werden daher mit Recht als Normalisierungsgesellschaften angesehen, denn Norm spielt in ihnen sowohl eine stützende als auch disziplinierende Rolle. Die soziale Normierung manifestiert sich in den Formen der Ruhe und der Bewegung des Körpers gleichermaßen und äußert sich in Körperhaltung, Körperpflege, Körperschmuck oder Ernährungsweise im jeweiligen kulturellen Kontext. Indigene Gesellschaften haben daher auch andere Vorstellungen von Geschlechtlichkeit, Körper, Gesundheit und Krankheit als westliche.

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit eben diesen Begrifflichkeiten im Spannungsfeld von emischen Vorstellungen und westlicher Denkweise. Empirische und theoretische Beiträge zu folgenden Themenfeldern möchten wir aus verschiedenen Blickwinkeln diskutieren:

- Die verschiedenen Ausprägungen von Körperlichkeit in Wechselwirkung von Schönheitsidealen, Ernährung, Pflege/Schmuck

- Soziale Konstruktion von Körper und Geschlecht und deren normative Auswirkungen auf Körper-Verständnis, Sexualität und Rollenverhalten bzw. den daraus resultierenden oft geschlechts-spezifischen Krankheitsbildern.

- physical embodiment, personales, geschlechtliches und kollektives Identitätsbewusstsein

- Schönheitsoperationen, Fitness-Programme und zwanghafte Diätschübe als feminine 'Normierungsfallen' in den westlichen Gesellschaften

- Gesundheits- und Krankheitskonzepte in Relation zu Körperbildern / Körpermodifikationen

Assessment and permitted materials

Prozentuelle Aufschlüsselung der Teilleistungen zur Beurteilung:

1. Kontinuierliche Anwesenheit (1x unentschuldigtes Fernbleiben wird toleriert, alle weiteren nur mit ärztlichem Attest) = Vorraussetzung für eine positive Beurteilung

2. Kenntnis der Basistexte (Reader-Literatur) 20%

3. Aktive Beteiligung an den Diskussionen auf Basis eines Bonus-/Malus-Systems 10%

4. Mündliche Präsentation: 20%

5. Schriftliche oder visuelle SE-Arbeit: 50%

Minimum requirements and assessment criteria

Kontinuierliche Anwesenheit
Kenntnis der Basistexte
Aktive Beteiligung an den Diskussionen
Mündliche Präsentation
Schriftliche oder visuelle SE-Arbeit

Examination topics

Zu erbringende Leistung

1) Eigenständige Literaturrecherche zur Präsentation. Minimum: Zwei theoretische und ein methodischer Artikel. UNZULÄSSIG: Literatur, die im (virtuellen) Reader auf MOODLE vorkommt. ZULÄSSIG: Auswählen aus den Literaturlisten von Frauensolidarität und IKSA bzw. der bereits von den LV-Leiterinnen in die Handbibliotheken gestellte (Frauensolidarität und IKSA). Auf diese Literatur muss bei der Präsentation Bezug genommen werden.

2) Aktive Mitarbeit & Teilnahme an den Diskussionen

3) Präsentationen (deutsch, englisch, spanisch)

4) Schriftlich (wahlweise englisch, deutsch oder spanisch): Verfassung einer SE-Arbeit entweder als Verschriftlichung der Präsentation oder zu einem selbstgewählten Thema.

(Un)kenntnisse der Reader Literatur und (Nicht)Teilnahme an Diskussionen bzw. (Nicht)Erfüllung der Arbeitsaufgaben werden beurteilt.

In der Präsentation die selbstständig recherchierte Literatur (1 methodisches Werk und 2 theoretische - zum jeweiligen Spezialthema) verwenden und in einer Bibliographie-Folie auflisten. Ebenso werden Hand-outs (bei Film-Analysen mit Synopsis und korrekte Filmographie) eingefordert.

Bei der SE-Arbeit/PPP werden beurteilt:

Aufbau der Arbeit, Einbettung der Forschung/Analyse in den theoretischen Rahmen, Handhabung der Methodik, Conclusio / (schlüssige) Zusammenfassung der Forschungsergebnisse.

Zitation /Wenn diese NICHT stimmt bzw. Bibliographie inkorrekt ist, wird dies negativ bewertet).

Stil (wissenschaftlicher Ausdruck, Ausformulieren von Sätzen) & Rechtschreibung (!).

Formale Kriterien wie Deckblatt-Aufbau (mit korrektem Titel, LV-Benennung, Matrikel-Nummer und Studienkennzahl) bzw. Gestaltung der Kopf- oder Fußzeilen

Reading list

Literatur:

ACHTUNG: READER-LITERATUR WIRD IN DER ERSTEN LV BEKANNT GEGEBEN & AUF MOODLE GESTELLT

Auswahl:

Csordas, Thomas 1990: Embodiment as a Paradigm for Anthropology. Ethnos Vol. 18, No. 1. (Mar., 1990), pp. 5-47

Csordas, Thomas (Ed.) 1994: Embodiment and Experience: The Existential Ground of Culture and Self. Cambridge: Cambridge University Press.

Douglas, Mary 1986: Ritual, Tabu und Körpersymbolik. Frankfurt am Main: Fischer.

1985: Reinheit und Gefährdung. Eine Studie zu Vorstellungen von Verunreinigung und Tabu. Berlin: Reimer.

Geurts, Kathryn 2003: Culture and the Senses. Bodily Ways of Knowing in an African Community. University of California Press. Berkely. LA. London.

Hahn, Tomie 2007: Sensational Knowledge. Embodying ulture through Japanese Dance. Wesleyan University Press. Middletown, Connecticut.

Lux, Thomas (Hg.) 1999: Krankheit als semantisches Netzwerk. Ein Modell zur Analyse der Kulturabhängigkeit von Krankheit. Berlin: VWB.

Okely, Judith 2008: Knowing without notes. In: Knowing how to know von Halstead, N./Hirsch, E./Okely, J. Berghahn Books. New York&Oxford. 55-74

Puchegger-Ebner, Evelyne 2004: Gott ist Mann und Frau. Zum Bild des

Weiblichen in Mythos und Ritus bei den Tarahumara. Dissertation an der Fakultät

für Human- und Sozialwissenschaften der Universität Wien (3 Bände).

Scheper-Hughes, Nancy und Margaret M. Lock 1987: The Mindful Body: A Prolegomenon to Future Works in Medical Anthropology. Medical Anthropology Quarterly, 1 (1): 6-41.

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Last modified: Mo 07.09.2020 15:39