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240052 SE VM4 / VM5 - Audio-Visual Media in East Africa (2021S)

Agency and Appropriation in the Postcolonial Context

Continuous assessment of course work
REMOTEISK

Registration/Deregistration

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Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Die LV startet digital und wird, wenn es die Covid-Bestimmungen wieder zulassen, auf Vor-Ort umgestellt.

Tuesday 09.03. 16:45 - 20:00 Digital
Tuesday 23.03. 16:45 - 20:00 Digital
Tuesday 20.04. 16:45 - 20:00 Digital
Tuesday 04.05. 16:45 - 20:00 Digital
Tuesday 18.05. 16:45 - 20:00 Digital
Tuesday 08.06. 16:45 - 20:00 Digital
Tuesday 22.06. 16:45 - 20:00 Digital

Information

Aims, contents and method of the course

Die Lehrveranstaltung widmet sich audiovisueller Medien im östlichen Afrika im postkolonialen Kontext. Der Kolonialismus bedeutete einen weitgreifenden zerstörerischen Einschnitt nicht nur in politische und ökonomische Strukturen, sondern auch in soziale, und kulturelle Ordnungen und damit einhergehende Sinnstiftungsverfahren. Diese Zäsur fiel zusammen mit der globalen Verbreitung neuer audiovisueller Medialitäten, wie Fotografie, Hörfunk und Bewegtbild. Im Zuge der Loslösung von kolonialen Konnotationen und oppressiven Rezeptionspolitiken kamen diesen vielfältige Rollen zu, die zwischen Information, Bildung, Unterhaltung und Kritik oszillieren. Die Lehrveranstaltung rekurriert auf postkoloniale Beiträge zu Science and Technology Studies, die einen Technologie- und Innovationsbegriff kritisieren, welcher sich lediglich auf die Neuerfindung von Apparaturen beschränkt, und die stattdessen Appropriationen gemäß spezifischen Bedürfnissen als die eigentliche Innovation betrachten.
Von Beginn an war und ist die Verbreitung audiovisueller Technologien in Ostafrika in besonderer Weise verbunden mit transregionalen und transnationalem Distributions- und Rezeptionspraktiken. Diese sind eingebunden in globale Medien-, Technologie-, und Warenflüsse und Ausdruck von inter- und transmedialen sowie -visuellen Aushandlungsprozessen. Zugleich lässt sich auch die Verschmelzung mit lokalen medialen Praktiken aufzeigen, die durch Verhandlungen von Mythen, politischem Zeitgeschehen und der Einbindung anderer traditioneller Medien-, Kunst-, und Kommunikationsformen wie Literatur, Musik und Theater zum Ausdruck kommen.
Die Region Ostafrika wird als Bezugsrahmen für mediale Entwicklungen und Appropiations- und Innovationsprozesse herangezogen und als hybrides Aushandlungsfeld betrachtet, dessen medialer Bezugsrahmen sich aus anglophonen, lusophonen und frankophonen kulturellen Einflüssen und ihren disparaten Medienpolitiken speisen. Zudem spielt auch die Verortung der Region im wirtschafts- und Kulturraums des Indischen Ozeans eine entscheidende Rolle für das mediale Selbstverständnis. Gegenwärtiges Film- und Medienschaffen wird historisch kontextualisiert mit den diversen Einflüssen Bollywoods, der Britischen Dokumentarfilmbewegung und UNESCO Diskursen zum Bewegtbild als ‚visual aid‘, Sozialistischem Realismus, Kung Fu, (Italo-)Western und Horrorfilm, dem Third Cinema, Nollywood etc.
Zu den in der Lehrveranstaltung behandelten Fallbeispielen zählen
- Der Wandel von Medienpolitiken- und Ästhetiken im postkolonialen Tansania vom kolonialen Erbe zum Sozialistischen Realismus und zum utopischen und magischen Realismus bis hin zur Videofilm-Industrie 2.0.
- Die Third Cinema-Bewegung in Mosambik – und was hatten Jean-Luc Godard und Jean Rouch dort zu suchen?
- Die audiovisuelle Aufarbeitung des Genozids in Ruanda
- Eine Untersuchung der zentralen Rolle von Frauen im ostafrikanischen Film und Kontroversen zu Gender und Sexualität im interregionalen Querschnitt
Anhand der Auseinandersetzung mit aktuellem Film- und Medienschaffen in Ostafrika, setzen sich Studierende intensiv mit postkolonialen und intersektionalen Ansätzen der Medientheorie auseinander und lernen mediale Praktiken und globale Kulturpolitiken historisch zu kontextualisieren. Sie nähern sich kritischen Fragen von medialen Identitäten, Erinnerungspolitiken und Widerständigkeiten und entwickeln einen kritischen Zugang zu Entwicklungskonzepten und Entwicklungszusammenarbeit im kulturpolitischen Kontext. Ein kritischer Blick wird außerdem auf Bildungsbegriffe im Kontext audiovisueller Medien als ‚visual aids‘ und damit zusammenhängende repräsentationspolitische Zugänge geworfen. Ebenso lernen sie postkoloniale Beiträge und Einwände an die Sciences and Technology Studies kennen und queere und feministische Theorien in einem afrikanischen Kontext zu reflektieren. Zugleich erwerben Studierende Kenntnisse der Film- und Medienanalyse und transmedialen Diskurstheorie.

Assessment and permitted materials

Jede Lehrveranstaltungseinheit behandelt einen spezifischen Aspekt des Seminarthemas, das die Studierenden sich in Vorbereitung anhand ausgewählter Texte und Quellen (inklusive der Erstellung von Exzerpten, Rezeptionsnotizen u.ä.) erarbeiten, und welcher dann, in der Sitzung eingehend diskutiert wird. Die Diskussion wird begleitet von Reflexionsübungen. Audiovisuelle Quellen werden zum Teil von den Studierenden vorbereitend gesichtet und zum Teil – im Falle von Kurzfilmen – gemeinsam während des Seminars gesichtet. In der Mitte des Semesters schreiben die Studierenden einen kurzen Essay. In Kleingruppen bereiten Studierende Kurzpräsentationen (Referate) zu Hintergrundinformationen, vertiefenden Fragestellungen oder Fallbeispielen vor. Alternativ erarbeiten Studierende einzeln einen Vortrag für eine ‚Mini-Konferenz‘, die in der letzten Einheit abgehalten wird, und in der die Studierenden ähnlich wie auf einer wissenschaftlichen Tagung, selbst erarbeitete Standpunkte auf einem Panel vortragen und diskutieren werden. Abgeschlossen wird das Seminar mit einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit dessen Thema in Absprache mit der Lehrveranstaltungsleiterin gewählt werden kann.
Von den Studierenden zu erbringende Leistungen sind: Regelmäßige mündliche Teilnahme, Hausübungen (Exzerpte, Rezeptionsprotokolle, Kurzessays), Essay, Kurzpräsentation/Referat zu einem vertiefenden Thema (einzeln oder in Kleingruppen), Abschlussarbeit (Seminararbeit nach wissenschaftlichen Standards von 15 Seiten).

Minimum requirements and assessment criteria

Vorausgesetzt wird die Bereitschaft wissenschaftliche Literatur und audiovisuelle Quellen auf Englisch zu rezipieren.
Grundkenntnisse von postkolonialer Theorie, ostafrikanischer Geschichte, Medientheorie sowie weitere Fremdsprachenkenntnisse in Französisch, Portugisisch, und Kiswahili von Vorteil aber nicht zwingend notwendig.
Die Endnote setzt sich wie folgt zusammen:
Regelmäßige aktive Teilnahme an Diskussionen: 10%
Regelmäßige Haus- und Reflexionsübungen (Exzerpte, Rezetionsprotokoll, Reflexionspapiere): 15%
Referat oder Kurzpräsentation (‚Konferenzbeitrag‘) 25%
Wissenschaftliche schriftliche Abschlussarbeit (15 S.) 50 %
Jede Einzelleistung muss mindestens mit ‚genügend‘ bewertet werden, um insgesamt positiv abschließen zu können.
Unentschuldigtes Fehlen (ohne Attest) bei maximal einer Einheit (4 Stunden) oder äquivalentem Zeitwert.

Examination topics

Beruht auf den im Seminar behandelten Themen und zusätzlicher von den Studierenden zu recherchierender Literatur und Quellen.

Reading list

Auswahl:
Appadurai, Arjun. 1996. Modernity at Large: Cultural Dimensions of Globalization. University of Minnesota Press.
Bakari, Imruh. 2017. The Role and Function of Film Festivals in Africa. In: Mano/ Knorpp/ Agina (Hgs.): African Film Cultures: Contexts of Creation and Circulation. Cambridge Scholars Publishing, 188-205.
Basaran, Aylin. 2019. From Sinema Ujamaa to Bongo Movies: Trajectories of Film in Tanzania. In: A.Ojebode, T.Adegbola , A.D.Mekonnen &E.C. Maractho (Eds): Camera , Commerce & Conscience: Afrowood and the Crisis of Purpose. (pp.183-217), Ibadan: Greenminds
Bhabha, Homi K. 1994. The Location of Culture. London/ N.Y.:ROutledge
Böhme, Claudia. 2012. Global Horror meets Local Spirits. In: Ivo Ritzer/Peter W. Schulze (Hgs.): Genre Hybridisation, 248-262.
Böhme, Claudia. 2015.Showing the Unshowable: The Negotiation of Homosexuality through Video Films in Tanzania. In: Africa Today, 61 (4), 63-82.
Cieplak, Piotr. 2018. History, Trauma and Remembering in Kivu Ruhorahoza’s GreyMatter (2011). In: Journal of African Cultural Studies, 30(2), 163-177.
Daugue-Roth, Alexandre. 2010. Writing and Filming the Genocide in Rwanda. Dismembering and Remembering Traumatic History. Plymouth Lexington Books.
Depelchin, Jacques. 2005. Silences in African History. Between the Syndromes of Discovery and Abolition. Dar es Salaam: Mkuki na Nyota.
Dovey, Lindiwe. 2015. Curating Africa in the Age of Film Festivals. N.Y. Palgrave Macmillan.
Fair, Laura. 2018. Reel Pleasures: Cinema Audiences and Entrepreneurs in Twentieth-Century Urban Tanzania. Ohio University Press.
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Fanon, Frantz. 1967 [1956]. Racism and Culture. In: Ders.: Toward the African Revolution. Political Essays. New York: Grove Press Gray.
Gray, Ros. 2020. Cinemas of the Mozambican Revolution: Anti-Colonialism, Independence and Internationalism in Filmmaking, 1968-1991. Boydell & Brewer.
Harrow, Kenneth W. 1997. Women with Open Eyes, Women of Stone and Hammers: the Problematic Encounter between Western Feminism and African Feminist Filmmaking Practice. In: Ders.: With Open Eyes. Women and African Cinema.Amsterdam/Atlanta: Rodopi, 133-163.
Kinyanjui, Wanjiru. 2014. A Historical Voyage through Kenyan Film. In: In: Ogunleye, Foluke (Hg.): African Film: Looking Back and Looking Forward. Cambridge Scholars Publishing, 69-75.
Lihamba, Amandina. 1985. The Performing Arts And Development. In: Utafiti, Journal of the Arts and Social Sciences, University of Dar es Salaam, Vol. VII, No. 1, 30-39
Makukula, D. Z. 2019. The Development of Visual Arts in Tanzania from 1961 to 2015: A Focus on the National Cultural Policy and Institutions’ Influences (Doctoral dissertation).
Mavhunga, Clapperton (Hg.). 2017. What Do Science, Technology, and Innovation Mean from Africa? Cambridge: The MIT Press.
McLuhan, Marshall.1994 [1964]. Understanding Media: The Extensions of Man. MIT Press.
Mhando, Martin. 2000. Southern African Cinema: Towards A Regional Narration Of The Nation. Mlama
Mwakalinga, Mona. 2011. The Political Economy of the Film Industry in Tanzania: From Socialism to an Open Market Economy, 1961–2010. University of Kansas, ProQuest Dissertations Publishing.
Mwangi, Evan. 2014. Queer Agency in Kenya’s Digital Media. In: African Studies Review, 57(2), 93-113.
Nafisi, Hamid. 2001. An Accented Cinema: Exilic and Diasporic Filmmaking. Princeton: Princeton University Press.
Ogunleye, Foluke. 2014. Filmmaking in Kenya: An Apprisal. In: Ogunleye, Foluke (Hg.): African Film: Looking Back and Looking Forward. Cambridge Scholars Publishing, 66-69.
Ombagi, Eddie. 2019. “Stories we tell”: Queer Narratives in Kenya. In: Social Dynamics, 45(3), 410-424.
Shule, Vincencia. 2015. Sex, Witchcraft and Politics in Tanzanian Kiswahili Video-Films. In: Creative Artist: A Journal of Theatre and Media Studies, 9(2), 1-19.
Sturmer, 2008 (1998). The Media History of Tanzania.

Association in the course directory

VM4 / VM5

Last modified: We 02.06.2021 09:49