Universität Wien

240540 VU MM4 Introduction to archival research for students of Social and Cultural Anthropology (2025W)

Continuous assessment of course work

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!
Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte oder erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Es kommt die Plagiatssoftware Turnitin zum Einsatz.
Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) zur Erbringung von Teilleistungen ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich gefordert wird.

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Die etwas größere Stundenzahl der Plenartermine ergibt sich aus den geplanten Archiv-Führungen. Grundsätzlich sind die Archiv-Besuche im Rahmen der angeführten Termine geplant – falls ein Besuch nur außerhalb dieser Zeiten vereinbart werden kann (nach Maßgabe eines Archivs, was aber sehr selten der Fall ist), erfolgt dies in jedem Fall in Absprache mit den Teilnehmer:innen der LV.

  • Tuesday 14.10. 11:30 - 14:45 Seminarraum A, NIG 4. Stock
  • Tuesday 21.10. 11:30 - 14:45 Hörsaal C, NIG 4. Stock
  • Tuesday 28.10. 11:30 - 14:45 Sitzungs-/Prüfungszimmer, NIG 4. Stock
  • Tuesday 11.11. 11:30 - 14:45 Sitzungs-/Prüfungszimmer, NIG 4. Stock
  • Tuesday 18.11. 11:30 - 14:45 Sitzungs-/Prüfungszimmer, NIG 4. Stock
  • Tuesday 25.11. 11:30 - 14:45 Seminarraum A, NIG 4. Stock
  • Tuesday 09.12. 11:30 - 14:45 Seminarraum A, NIG 4. Stock
  • Tuesday 13.01. 11:30 - 14:45 Hörsaal C, NIG 4. Stock
  • Tuesday 20.01. 11:30 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Forderungen nach einem kritischen und selbstreflexiven Umgang werden in der jüngeren Vergangenheit auch in der Kultur- und Sozialanthropologie zunehmend virulent, dies bezieht sich nicht zuletzt auf Zugangsweisen und Forschungspraktiken in der Geschichte unserer Disziplin. Vor dem Hintergrund post- und dekolonialer Analysen gilt es insbesondere zu hinterfragen, welche Nachwirkungen historische Konstellationen bis in die Gegenwart mit sich bringen, um damit relevante Beiträge für gegenwärtige gesellschaftspolitische Debatten zu erbringen. So werden Praktiken des Sammelns kritisch in den Blick genommen ebenso wie der Entstehungskontext heutiger ethnographischer Museumsbestände. Dabei geht es etwa um die Problematik von sogenannten „sensiblen Sammlungen“ und Forderungen nach Restitution durch die Herkunftsgesellschaften. Gleichzeitig gilt es, den ideologischen Hintergrund und spezifische Diskurse und Überzeugungen im zeithistorischen Kontext zu dekonstruieren, vor allem Verflechtungen der Wissenschaft mit Kolonialismus und Nationalsozialismus sowie Rassismus und andere diskriminierende Ideologien und Praktiken.

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den Einstieg in die Archivarbeit für Studierende der Kultur- und Sozialanthropologie zu ermöglichen, indem Grundlagen der Archivarbeit vermittelt und methodisches Handwerkszeug nicht nur bereitgestellt, sondern insbesondere auch angewendet wird, um sich einen selbstständigen und nicht zuletzt selbstverständlichen Weg bei der Arbeit in Archiven zu bahnen und einen sicheren Umgang mit Dokumenten und Archivmaterialien anzueignen. Die Teilnehmer:innen an der Übung lernen verschiedene Archive in Wien und deren Bestände kennen und erhalten Einblicke in die jeweiligen Forschungsmöglichkeiten. Sie sind vertraut mit Methoden historisch-anthropologischer Zugangsweisen und den praktischen und methodologischen Grundlagen der Archivarbeit. Ziel ist ein wissenschaftlich fundierter Umgang mit unpublizierten, zum Teil handschriftlichen (Archiv-)Materialien, etwa im Hinblick auf deren Kontextualisierung und Analyse (eine entsprechende „Lesart“ der Dokumente), bis hin zu Rahmenbedingungen der Entstehung und Archivierung sowie Überlieferung verschiedener historischer Dokumente, ebenso Bewertungskriterien, um Qualität und Verlässlichkeit von Archivalien zu bestimmen. Damit wird auch die Basis gelegt für eigene wissenschaftliche (Abschluss-)Arbeiten, aber auch für eine (berufliche) Tätigkeit in Archiven und Sammlungen.

Methoden: Inputs der LV-Leiterin zu wichtigen Grundlagen historisch-anthropologischer Forschung und Archivarbeit; Aufarbeitung von Basis-Literatur sowie Online-Präsenzen einzelner Archive durch die Studierenden samt Kurzpräsentationen; Erarbeitung der Kriterien zum kritischen und reflektierten Umgang mit historischen Quellen sowie gemeinsamer Analyse von unpublizierten Schriftquellen, Gruppenarbeiten und Plenar-Diskussionen.
Besuch mehrerer ausgewählter Archive in Wien samt fachlicher Einführung durch Archivar:innen, mit Schwerpunkt auf relevanten Beständen für unsere Disziplin, sowie allgemein zu Recherchemöglichkeiten und Recherchestrategien.
Aufbauend auf vorbereiteten Themen der LV-Leiterin unternehmen die Studierenden (in der Gruppe) kleinere selbstständige Archiv-Recherchen samt Dokumentation und Analyse. Abschließend verfassen sie ein Konzept zur durchgeführten Archiv-Recherche samt Fragestellung und weiteren möglichen Forschungsstrategien für die schriftliche Abschlussarbeit (Portfolio, ebenfalls in der Gruppe).

Assessment and permitted materials

• Prüfungsimmanente LV: Anwesenheit und Mitarbeit sowie Teilnahme an den Archiv-Führungen
• Kurzpräsentationen zu grundlegenden Einführungstexten und Online-Auftritten ausgewählter Archive sowie Online-Ressourcen.
• Selbstständige Aufarbeitung der allgemeinen Pflichtliteratur und themenspezifischer Grundlagenliteratur.
• Eigenständige Archivrecherchen in der Gruppe, samt regelmäßiger Berichterstattung (mündlich, Präsenztermine)
• Recherche- und Zeitprotokolle
• Schriftliche Abschlussarbeit (Portfolio/Gruppenarbeit): Dokumentation und Analyse der Recherche-Ergebnisse entsprechend den Vorgaben; detailliertes Quellen- und Literaturverzeichnis, pdfs, Kopien; Erstellen eines kleinen Forschungskonzepts
Erlaubte Hilfsmittel: wissenschaftliche Literatur und Quellen samt Referenzierung, Materialien auf Moodle.

Minimum requirements and assessment criteria

Bitte lesen Sie möglichst vor Beginn der LV „Die Geschichte des Instituts seit 1900“ auf unserer Homepage, verfügbar unter: https://ksa.univie.ac.at/institut/geschichte/

Grundlegende Kenntnisse der Usancen des wissenschaftlichen Arbeitens in der KSA.
Mindestanforderung ist die Einhaltung der Anwesenheitspflicht; weiters muss für jede einzelne beurteilungsrelevante Teilleistung mindestens die Hälfte der dafür vorgesehenen Punkteanzahl erreicht werden.

Tolerierte Abwesenheit: entschuldigte Abwesenheit von 2 x 90 Minuten ist zulässig (Entschuldigung möglichst vorab).

Beurteilungsmaßstab:
Für alle beurteilungsrelevanten Teilleistungen sind insgesamt 100 Punkte zu erreichen:
• Aktive Mitarbeit inkl. Einhaltung von Abgabeterminen: 10 Punkte
• Referat/Präsentationen samt regelmäßiger Berichterstattung 45 Punkte
• Abschlussarbeit incl. Dokumentation der Archivrecherchen 45 Punkte

Notenschlüssel:
91 – 100 Punkte = 1 (Sehr gut)
81 – 90 Punkte = 2 (Gut)
71 – 80 Punkte = 3 (Befriedigend)
61 – 70 Punkte = 4 (Genügend)
0 – 60 Punkte = 5 (Nicht genügend)

Beurteilungskriterien sind
• die fristgerechte Erfüllung aller Teilleistungen,
• die Vollständigkeit, inhaltliche Qualität und formale Korrektheit der Teilleistungen.
• Bei der mündlichen Mitarbeit die Quantität und Qualität der Beteiligung, die aktive Teilnahme an Gruppenarbeiten.
• Bei den schriftlichen Teilleistungen wird besonderer Wert gelegt auf die wissenschaftliche Herangehens- und Arbeitsweise sowie Inhalt und Form (Rechtschreibung, Zitationsweise etc.).
Die Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis wird als unabdingbar vorausgesetzt.

Examination topics

Mitarbeit und Teilnahme an den Diskussionen in der Plenarphase; Archiv-Recherche samt Dokumentation, mündliche Präsentationen/Referat, schriftliche Abschlussarbeit (Portfolio); LV-Inhalte und Unterlagen auf Moodle.

Reading list

Berner, Margit. 2020. Letzte Bilder. Die „rassenkundliche“ Untersuchung jüdischer Familien im Ghetto Tarnów 1942, Berlin.
Berner, Margit/Hoffmann, Anette/Lange, Britta. 2011. Sensible Sammlungen. Aus dem anthropologischen Depot, Hamburg.
Bretell, Caroline B. 1998. Fieldwork in the Archives. Methods and Sources in Historical Anthropology. In: Bernard, H. Russel (ed.): Handbook of Methods in Cultural Anthropology, Walnut et al., pp. 513–546.
Byer, Doris. 1999. Der Fall Hugo A. Bernatzik. Ein Leben zwischen Ethnologie und Öffentlichkeit 1897–1953, Köln et al.
Gingrich, Andre/Rohrbacher, Peter (Hg.). 2021. Völkerkunde zur NS-Zeit aus Wien (1938–1945), 3 Bde, Wien.
Gohm-Lezuo, Julia. 2014. Die Studierenden der Völkerkunde an der Universität Wien 1937–1945. Diss. Univ. Wien.
Habinger, Gabriele (Hg.). 2024. Ida Pfeiffer: „Wir leben nach Matrosenweise“. Briefe einer Weltreisenden des 19. Jahrhunderts, Wien.
Habinger, Gabriele. 2020. Die Forschungen der österreichischen Madagaskar-Expertin Lotte Schomerus-Gernböck (1927–2009) und ihre wissenschaftsgeschichtliche Verortung. In: MAGW, Bd. 150, pp. 79–96.
Habinger, Gabriele. 2018. Anna Forneris, geb. Hafner, und ihr Sohn Franz Columbari – die Lebens- und Reisewege zweier außergewöhnlicher Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. In: Forneris, Anna, geb. Hafner: Schicksale und Erlebnisse … 1849, Reprint, 3. Neuauflage, Klagenfurt, XXVII–XLVII.
Habinger, Gabriele. 2018. Hanke, Wanda Theresia Leokadia. In: Korotin, Ilse/Stupnicki, Nastasja (eds.). Biographien bedeutender österreichischer Wissenschafterinnen. „Die Neugier treibt mich, Fragen zu stellen“, Wien et al., 329–336.
Habinger, Gabriele. 2018. Hein Marie, geb. Kirchner, Maria Anna Karolina. In: Korotin, Ilse/Stupnicki, Nastasja (eds.). Biographien bedeutender österreichischer Wissenschafterinnen, Wien et al., 349–354.
Habinger, Gabriele. 2018. Holub, Rosa. In: Korotin, Ilse/Stupnicki, Nastasja (eds.). Biographien bedeutender österreichischer Wissenschafterinnen, Wien et al., 386–392.
Habinger, Gabriele/Stagl, Verena. 2016. Gabriel Agnes, geb. Kummer; Krankenschwester, Forschungsreisende und Reiseschriftstellerin. In: Korotin, Ilse (ed.). biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Wien et al., Bd. 1, 964–965.
Habinger, Gabriele. 2016. Humann-Wagner-Jauregg Julia (Julie); Forschungsreisende, Sammlerin von Ethnogra¬phica, Reisefotografin und Reisejournalistin. In: Korotin, Ilse (ed.). biografiA. Wien et al., Bd. 1, 1359–1363.
Habinger, Gabriele. 2016. Oldenburg Helene, Helena Maria Anna, geb. Aichinger; Afrikaforscherin, Sammlerin von Ethnographica und Reisefotografin. In: Korotin, Ilse (ed.). biografiA. Wien et al., Bd. 2, 2416–2417.
Habinger, Gabriele. 2016. Pfeiffer Ida, geb. Reyer; Forschungsreisende, Reiseschriftstellerin, Sammlerin von Naturalien und Ethnographica. In: Korotin, Ilse (ed.). biografiA. Wien et al., Bd. 3, 2522–2527.
Kaplan, Elisabeth. 2002. ‚Many Paths to Partial Truth’: Archive, Anthropology, and the Power of Representation. In: Archival Science, 2, 209–220.
Kaupen-Haas, Heidrun/Saller, Christian (Hg.). 1999. Wissenschaftlicher Rassismus. Analysen einer Kontinuität in den Human- und Naturwissenschaften, Frankfurt/New York.
Koger, Friedrich. 2008. Die Anfänge der Ethnologie in Wien. Ein Beitrag zur Wissenschafts-geschichte, Wien/Berlin.
Lange, Britta. 2013. Die Wiener Forschungen an Kriegsgefangenen 1915–1918. Anthropologische und ethnografische Verfahren im Lager, Wien.
Linimayr, Peter. 1994. Wiener Völkerkunde im Nationalsozialismus. Ansätze zu einer NS-Wissenschaft, Frankfurt a. M. et al.
Platt, Tristan. 2012. Between Routine and Rupture: The Archive as Field Event. In: Rojek, Robert (ed.). The Sage Handbook of of Social Anthropology, 2, Los Angeles u.a., 21–37.
Stoler, Ann Laura. 2010. Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, NJ.

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Last modified: We 08.10.2025 13:27