Universität Wien

100074 PS Sprachgebrauch: Grammatisches und natürliches Geschlecht - zwei beziehungslose Kategorien? (2010W)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 07.10. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 14.10. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 21.10. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 28.10. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 04.11. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 11.11. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 18.11. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 25.11. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 02.12. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 09.12. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 16.12. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 13.01. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 20.01. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 27.01. 15:30 - 17:00 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der Sprachwissenschaft besteht nach wie vor Konsens darüber, dass das grammatische Geschlecht der Substantive im Deutschen ein Klassensystem mit 3 Untergruppen Maskulinum, Femininum und Neutrum bilde, das nur in wenigen Fällen, wie den Personenbezeichnungen, etwas mit dem natürlichen Geschlecht zu tun habe.
Diese Übereinstimmung von Genus und Sexus ist wie z.B. innerhalb des Wortfeldes der menschlichen Basislexeme im symmetrischen Vergleich nur für die maskulinen gegeben, nicht aber für die femininen Personenbezeichnungen: die frau/ das weib : der mann; das mädchen : der bub/junge/knabe; das fräulein/die dame : der herr. Warum sind diese männlichen Basislexeme durch systematische Genus-Sexus-Kongruenz, während die weiblichen durch eine Inkongruenz gekennzeichnet sind? Alles Zufall? Oder stützen sprachliche Gesetzmäßigkeiten wie im Bereich der Syntax Kongruenz-Relationen bzw. in der Wortbildung oder Lexik morpho-semantische Strukturen ein Sprachsystem, in dem ein Genus als bevorzugtes innerhalb eines Systems „agiert“? Seit der Feministischen Linguistik ist die Position des Maskulinums, als generisches Maskulinum, innerhalb der Genera als solches benannt und kritisiert worden. Im Bereich der Sprachverwendung ist diese Position bereits sehr gut untersucht, nicht aber innerhalb des Sprachsystems und des Sprachbrauchs, also der Sprachnormen, die durch Grammatikregeln und Wortschatz aufrechterhalten wird.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Proseminar mit Vorträgen und Diskussion sowie prüfungsimmanentem Charakter
Anforderungen: Referat und schriftliche Proseminararbeit im Umfang von 10-15 Seiten

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Ziele dieses Proseminars sind: Die Analyse und Dekonstruktion der androzentrischen und teilweise sexistischen Versprachlichung des Männlichen als des Menschen schlechthin. Dies betrifft im engeren Sinn „das Maskulinum“ als Genus die Grammatik, als Konzept des Männlich-Menschlichen im weiteren Sinn den morpho-semantischen und auch den lexikografischen Bereich. Da das Männliche und Menschliche als „bedeutungsgleich“, das Weibliche als nicht gleich gedacht, konzipiert und definiert war und noch ist, zeigt sich das im heutigen grammatischen Regelsystem und der Wortbildung. Im generischen Maskulinum und seiner vorrangigen Position ist dies offensichtlich, weniger offensichtlich ist dies in der Wortbildung und der semantischen Zuordnungen im Wortschatz.

Prüfungsstoff

Die methodologischen Grundlagen des Seminars bilden empirische Forschungen im Bereich der Sprachwissenschaft aus feministischer, „geschlechtergerechter“ und gendersymmetrischer Sicht sowie philosophische Grundlagen der Geschlechtertheorie. In einem ersten Schritt wird eine kritische Leseweise und Rezeption der traditionellen sprachwissenschaftlichen Literatur zum Thema Genus, Morphologie und Semantik und Feministischer Linguistik sowie der internationalen Forschungsliteratur zum Thema Feminismus, Maskulinismus, Gendertheorie und Queer Studies in Bezug auf das Sprachsystem und den Sprach(ge)brauch analysiert. Diese Kriterien dienen in einem zweiten Schritt als Grundlage für eine gendersymmetrische Kritik/Analyse an/von ausgewählten grammatischen, syntaktischen bzw. morpho-semantischen Strukturen, Wortfeldern sowie auch einzelnen Lemmata.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 1233, I 2900)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31