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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

100140 PS Sprachwissenschaft: "toller hengst" : "läufige hündin" - Zufall oder verborgenes Genderskript? (2013S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 07.03. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 14.03. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 21.03. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 11.04. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 18.04. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 25.04. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 02.05. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 16.05. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 23.05. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 06.06. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 13.06. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 20.06. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 27.06. 17:15 - 18:45 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Weibliches Reagieren und männliches Agieren in Sachen Sexualität - haben solche geschlechtstypischen und teilweise gesellschaftlich sanktionierten Verhaltensweisen zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch Geltung? Oder sind das patriarchale Altlasten, die in der Sprache vergessen wurden und eigentlich irrelevant sind? Ist diese präfeministische Dichotomie in weiblich und männlich auf der symbolischen Ebene noch zeitgemäß?
In den Gender Studies/Queer Studies wird die Auflösung des Zwei-Geschlechter-Modells propagiert, was sich so auf die sprachliche Re-/Präsentation der Geschlechter nicht umlegen lässt.
Das Bennungssystem einer Sprache, nicht nur des Deutschen, beruht auf Unterscheidungen und Zuordnungen von Merkmalen, um das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Juristisch und gesellschaftspolitisch ist die rechtliche Unterscheidung des Personenstandes in weiblich und männlich eine Gegebenheit, die in der einfachen Zuordnung zum biologischen Geschlecht feminin/maskulin zu Recht kritisiert wird. Die Auflösung der Geschlechter im Bezeichnungssystem wie den Basislexemen frau : mann, frau/fräulein/dame : herr, mädchen : bub/junge/knabe/bursche kann daher keine mögliche Strategie sein. Eine Auflösung des starren Geschlechtscharakters bzw. der Rollenstereotype wäre aber sehr wohl möglich.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Proseminar mit Vorträgen und Diskussion sowie prüfungsimmanentem Charakter
Anforderungen: Referat und schriftliche Seminararbeit im Umfang von 10-15 Seiten

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Feministischen Linguistik und geschlechtergerechten/gendersymmetrischen Sprache (Feminist Correctness), ihre Relevanz in der Gesellschaft allgemein und im Besonderen in ihrem Einfluss auf das Sprachsystem im Deutschen innerhalb der Grammatik, der Versprachlichung des Menschlichen und seiner Lexikalisierung.
Die Analyse und Dekonstruktion der androzentrischen und teilweise sexistischen Versprachlichung des Männlichen als des Menschen schlechthin. Dies betrifft im engeren Sinn „das Maskulinum“ als Genus die Grammatik, als Konzept des Männlich-Menschlichen im weiteren Sinn den morpho-semantischen und auch den lexikografischen Bereich. Da das Männliche und Menschliche als „bedeutungsgleich“, das Weibliche als nicht gleich gedacht, konzipiert und definiert war und noch ist, zeigt sich das im heutigen grammatischen Regelsystem (Genus-Sexus-Kongruenz) und der Wortbildung. Im generischen Maskulinum und seiner vorrangigen Position ist dies offensichtlich, weniger offensichtlich ist dies in der Wortbildung und den semantischen Zuordnungen im Wortschatz.
Die traditionelle/orthodoxe Grammatik und Normierung des Deutschen wird einer kritischen gendersymmetrischen Analyse unterzogen und als historisch gewachsenens System verstanden.

Prüfungsstoff

Die methodologischen Grundlagen des interdisziplinären Seminars bilden empirische For­schun­gen im Bereich der Sprachwissenschaft aus feministischer und gendersymmetrischer Sicht sowie philo­sophi­sche Grundlagen der Geschlechtertheorie. In einem ersten Schritt wird eine kritische Leseweise und Rezeption der traditionellen sprachwissenschaft­lichen Literatur zum Thema Genus und Feministischer Linguistik sowie der internationalen For­schungs­literatur zum Thema Feminismus, Maskulinismus, Gender­theorie und Queer Studies in Bezug auf das Sprachsystem analysiert. In einem zweiten Schritt wer­den diese genderkri­tischen Grundlagen anhand von ausgewählten grammatischen oder syntaktischen Problemfeldern wie z.B. der obligatorischen Genus-Sexus-Kongruenz des Maskulinums bzw. morpho-semantischen Wortfeldern und ihren unterschiedlichen Relationen wie z.B. denen der Synonymie von „mensch“ : „mann“ oder „frau“ : „person“ analysiert und aus Gendersicht interpretiert.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 1233, I 2900)

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:49